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Armenien–Hajastan

Armenien / Studienreisen
Reise Nr. 76

Auf unserer Reise in das schroff-schöne Hochgebirgsland zwischen Orient und Okzident befassen wir uns mit folgenden Themen:
  • 10 Mal größer als heute: zwischen Mittel- und Kaspischem Meer
  • Perser, Römer, Osmanen, Russen: Zerrissen zwischen West und Ost
  • Klöster, Kirchen, Kultur: der Welt erster christlicher Staat
  • Der Genozid 1915, die Folgen und die Beziehungen zur Türkei
  • Die Verwüstungen der Sowjetzeit und das Verhältnis zu Russland
  • Der Konflikt um Berg Karabach und das Verhältnis zu Aserbaidschan
  • Diaspora zwischen Unterstützung und Besserwisserei
  • Cognac, Aprikosen und andere Leckereien
  • Leben und Werk des Filmemachers Sergej Paradschanov
  • Literatur aus und über Armenien: Tumanjan, Sajath Nova, Mandelstam, Bitov, Werfel, Hilsenrath, Balakian u.a.


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    Armenien–Hajastan



    Reiseverlauf:

    1. Tag:
    Zubringerflüge (April: Czech Airlines, Oktober: Austrian Airlines) von diversen deutschen Flughäfen nach Prag (April) bzw. Wien (Oktober) Abflug nach Jerewan (ca. 21.45 Uhr)

    2. Tag:
    Ankunft in Jerewan (ca. 4.30 Uhr Ortszeit = MEZ + 3) Transfer zum Hotel, sofortiger Zimmerbezug, Ausruhen, Frühstück, Programmbesprechung Orientierungsstadtrundfahrt durch Jerewan Besuch im Handschriftenmuseum Matenadaran Besuch des Museums und der Gedenkstätte zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern 1915

    3. Tag:
    Fahrt nach Edschmiatsin, Hauptstadt des armenischen Christentums. Besichtigung der Hriphsime und der Gajane-Kirchen, Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch in der Hauptkathedrale Zwischenstopp bei der Ruine der Palastkirche aus dem 7. Jh. in Zvarthnots' mit wunderbarem Blick auf den Ararat Besuch des kleinen Museums im Dorf Musaler, das für Flüchtlinge aus Musa Dagh (die Belagerung und Kämpfe 1915 werden in Franz Werfels Roman 'Die vierzig Tage des Musa Dagh' beschrieben) errichtet wurde.

    4. Tag:
    Treffen mit einem Journalisten: die aktuelle politische Situation Armeniens Besuch der 'Blauen Moschee' und des Marktes Besuch des Museums für den außergewöhnlichen Filmemacher Sergej Paradschanov Besuch eines Sozialprojekts Zeit zur freien Verfügung

    5. Tag:
    Fahrt über Aparan (eine der ältesten Städte des Landes am Fuß des Aragats – mit 4090 m höchster Berg in Armenien – mit Khasacher Basilika) durch kurdisch-jessidische Dörfer in der Region Lori durch das Erdbebengebiet 1988 um Vanadzor mit Abstecher nach Dsegh, Geburtsort des Dichters Hovhannes Tumanjan, nach Alaverdi mit seinem Kupferbergwerk Besichtigung des wunderschön gelegenen Klosters Haghbat (10.-13. Jh., UNESCO Weltkulturerbe) mit Informationen über den Dichter und Sänger Sajath Nova, der seine letzten Lebensjahre hier verbracht hat Übernachtung in Dzoraget

    6. Tag:
    Fahrt durch die 'armenische Schweiz' an den 'Moloken'-Dörfern Lermontovo und Fioletovo mit altgläubiger russischer Einwohnerschaft vorbei zum Kloster Goschavankh (12. Jh.), benannt nach dem Fabeldichter und Verfasser des ersten Gesetzbuchs in armenischer Sprache Mechithar Gosch Spaziergang durch den Ortskern des für sein gutes Wasser bekannten Erholungsortes Dilidschan Weiterfahrt zum Sevansee, einem der weltweit größten Hochgebirgsseen auf knapp 2000 m Höhe. Spaziergang über die Klosterhalbinsel (durch sowjetischen Raubbau an der Natur von einer Insel dazu geworden) Übernachtung in Sevan

    7. Tag:
    Fahrt entlang des Sevansees ins Vardenisgebirge, über den Selimpass (2410 m, Zwischenstopp bei der Karawanserei Selim) nach Noravankh, eines der schönsten Klöster Armeniens (9. Jh.) Weiter zum Kloster Chor Virap, direkt an der türkischen Grenze mit spektakulärem Blick auf den Ararat Rückkehr nach Jerewan

    8. Tag: Halbtagesexkursion
    Höhlenkloster Geghard (UNESCO Weltkulturerbe). Kleines Chorkonzert im Kloster mit seiner einmaligen Akustik Sonnentempel Garni aus vorchristlicher Zeit Zeit zur freien Verfügung in Jerewan

    9. Tag:
    Transfer zum Flughafen (ca. 3.00 Uhr; Hotelzimmer bis zur Abfahrt im Reisepreis inbegriffen) Abflug nach Prag (April) bzw. Wien (Oktober) (ca. 05.00, Ankunft ca. 06.30 Uhr MEZ) Weiterflug in die Zielorte

    Steine, Cognac, Aprikosen

    Die Mitte des 1. Jahrtausends vor Christus zuerst von den Griechen und dann von fast der ganzen Welt so bezeichneten Armenier nennen sich selber Haikh (und ihr Land Hajestan). Obwohl in den zweieinhalb Jahrtausenden bis heute von einer staatlich-territorialen Kontinuität nicht die Rede sein konnte, haben sich die Armenier ihre ethnisch-kulturelle Identität im Unterscheid zu anderen Völkern aus jener Zeit bewahrt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die 301 erfolgte Annahme des Christentums als Staatsreligion und die Schaffung eines eigenen Alphabets durch den Mönch Mesrop Maschtoz im frühen 5. Jh.
    Die überragende Bedeutung des Christentums, die weit über das Religiöse hinausgeht, spiegelt sich in zahlreichen alten Kirchen und Klöstern wider, die in eine Hochgebirgslandschaft – Armenien liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von ca. 1.800 m – eingebettet sind, die einem mit ihren schroffen Gesteinsformationen, heftigen Farben und scharfen Konturen gelegentlich den Atem nimmt.
    Schon lange vorher war Noah mit seiner Arche am Berg Ararat gelandet und hatte an dessen Abhängen den Weinbau eingeführt, der seine spätere Krönung im armenischen Cognac gefunden hat. Ein Obst das in Armenien seine Heimat hat und von dort zu uns gekommen ist, ist prunus armeniaca: die Aprikose. Daneben gilt der Granatapfel als Nationalfrucht.


    Zum Greifen nah und nicht erreichbar
    Der majestätische Ararat ist zum Greifen nah und doch schwer erreichbar, die türkisch-armenische Grenze ist geschlossen. Türkischen Vorhaltungen, die Armenier hätten einen Ort im Staatswappen, der außerhalb der Grenzen ihres Landes läge, nämlich den Berg Ararat (mit den Umrissen der Arche Noah,) wird von armenischer Seite entgegnet, dass der Mond ja wohl auch nicht zum türkischen Territorium gehöre.
    Bis zum türkischen Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern 1915 hatte nicht nur das Gebiet um den biblischen Berg über lange Zeit zu armenischem Siedlungsraum gehört, er erstreckte sich noch weiter bis zum Mittellauf des Euphrat über große Teile der heutigen Osttürkei.
    Im Goldenen Zeitalter Armeniens um das Jahr 70 v. Chr. erlangte der Staat unter Tigran II. seine größte Ausdehnung vom Mittelmeer unter Einschluss Kilikiens und Nordsyriens bis zum Kaspischen Meer und war damit zehn Mal größer als das heutige Territorium Armeniens. Die alte Größe ist im heutigen Bewusstsein durchaus präsent.
    Für den russischen Besucher Andrej Bitow hat die Geschichte hier 'keinen Anfang – sie ist immer schon dagewesen. Kein Dorf, das nicht in grauer Vorzeit einmal Hauptstadt eines alten Staates gewesen wäre, kein Hügel, unweit dessen sich nicht eine Entscheidungsschlacht abgespielt hätte, kein Stein, über den nicht Blut geströmt wäre, und kein Mensch, den das gleichgültig ließe.'
    Während langer Perioden war das Land aufgrund seiner exponierten Lage zwischen Ost und West Austragungsort regionaler Hegemoniekämpfe zwischen Persern und Römern (darin auch selbst zerrissen in Ost- und Westarmenien), Persern und Osmanen, Russen und Osmanen, nur in Schwächephasen der großen Nachbarmächte war eine unabhängige oder souveräne armenische Herrschaftsausübung über Teilgebiete des Siedlungsraumes möglich. Zwischen dem 14. und frühen 20 Jh. verlor Armenien vollständig seine Eigenstaatlichkeit. Ausnahmen bildeten wenige Rückzugsgebiete, darunter vor allem Karabach, worin auch seine Bedeutung für Armenien weit über aktuelle Territorialstreitigkeiten mit Aserbaidschan hinaus liegt.


    Große Diaspora
    Aufgrund der oftmals bedrohten und verlorenen Staatlichkeit und des häufig schwierigen Schicksals unter fremden Herrschern entstand schon früh eine armenische Diaspora. Bis heute leben mehr Armenier (ca. 7 Millionen) im Ausland (Russland, USA, Frankreich) als in Armenien (ca. 3 Millionen). Diese Faktoren und der erlittene Genozid lassen vielen Armeniern ihr Schicksal dem der Juden verwandt erscheinen.
    Eine kurze Eigenstaatlichkeit erlangte Armenien erst wieder zum Ende des 1. Weltkriegs. Die türkische Militärinvasion 1920 trieb das Land dann in die sich bildende Sowjetunion, die man sich – wie im 19. Jh. das zaristische Russland als – immerhin auch christliche – Schutzmacht – als das geringere Übel erhoffte. Territorial wurden diese Hoffnungen nur teilweise erfüllt, die Stadt Kars und die alte Hauptstadt Ani gingen an die Türkei verloren, sowjetische Versprechungen bezüglich Karabach und Nachitschewan wurden nicht gehalten.
    Ansonsten war das Land in den 70 Jahren Sowjetherrschaft den üblichen Verwüstungen materieller und geistiger Art ausgesetzt. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit ist die Erholungsphase noch lange nicht abgeschlossen. Die deutsche Armenienexpertin Tessa Hofmann fasst die aktuelle Situation wie folgt zusammen:
    'Dem ausländischen Besucher präsentiert sich Armenien mit verwirrenden Gegensätzen, geprägt von erhabenen Landschaften und Kulturdenkmälern, bitterarmen, von Gott und der Obrigkeit verlassenen Gebirgsdörfern, zerfallenden Plattenbauten in den Kreisstädten, Obdachlosen in der hauptstädtischen Kanalisation, Spielkasinos und Prunkvillen, Privatkapellen, Luxuslimousinen und Bodyguards. Armenien teilt diese Erscheinungen und zahlreiche, aus über 200 Jahren autoritärer Fremdherrschaft ererbte Demokratiedefizite mit seinen südkaukasischen Nachbarn. Die Überwindung dieser Defizite und der materiellen Not bildet Armeniens vorrangigste Aufgabe im 21. Jahrhundert.'


    Inklusivleistungen:

  • Vorbereitungsmaterialien
  • April: Flug (Economy) mit Czech Airlines (CSA) Prag - Jerevan - Prag inklusive CSA - Flügen von/nach Berlin
  • Oktober: Flug (Economy) mit Austrian Airlines (AUA) Wien - Jerevan - Wien inklusive AUA - Flügen von/nach Berlin.
    Auf Anfrage sind auch Zubringerflüge von anderen deutschen Flughäfen nach/von Prag bzw. Wien möglich
  • 8 Übernachtungen im DZ mit Bad/WC im Hotel 'Erebuni' (Mittelklasse, beste Zentrumslage) in Jerevan (6), und den sehr guten Tufenkian - Hotels Dzoraget in Alaverdi (1)und Tsapatagh am Sevansee (1)
  • Halbpension (7 Tage)
  • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und armenische Reiseleitung)
  • Armenische Visumsgebühr (elektronisches Visum zur beschleunigten Einreise)

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     Preise 
     Teilnehmer: 8-20 Pers.

    Reisedauer: 9 Tage

    Preis: ab 1.560,- €
  • Einzelzimmer: 195,- €
  • Eigene An/Abreise bis/ab Eriwan: -560,- €

    Alle Termine & Preise >
     

     Reisetermine 
     01.06. - 09.06.2012 verfügbar
    28.09. - 06.10.2012 verfügbar

    Legende:
    verfügbar = verfügbar
    ausgebucht = ausgebucht
     

     Abflughäfen 
     
    Berlin
     

     Einreisebestimmungen 
     Armenien:
    Visum erforderlich, notwendig ist dazu der mindestens noch 6 Monate gültige Reisepass.
     

     Reiseveranstalter 
     Ex Oriente Lux Reisen GmbH
    Berlin, Deutschland
    AGB >
     

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    Letztes Update: 03.02.2012