West- und Ostpreussen - Rundreise
Reise Nr. 86
Polen: Danzig – Marienburg – Frauenburg - Kadinen - Kaliningrader Gebiet: – Kaliningrad - Bernsteinküste (Baltijsk - Palmicken) – Kurische Nehrung - Svetlogorsk - Tilsit - Insterburg - Polen: Masuren (Sensburg - Nikolaiken - Rastenburg)
Das ehemalige deutsche Ostpreußen und Westpreußen sind eine weitgehend historische, kulturhistorische und auch topographische Einheit. Als Siedlungs- und Kolonialisierungsgebiet nach den Kreuzzügen den "beschäftigungslosen" Rittern des Deutschen Ordens überlassen, entstand hier ein Ordensstaat, der in ständigen Grenzstreitigkeiten mit seinen Nachbarn stand. Eine heute objektivere Geschichtsschreibung versucht diesen "multikulturellen" Zustand Ost- und Westpreußens wahrheitsgemäßer darzustellen, als dies noch bis vor kurzem - je nach Standpunkt "pro-deutsch" oder "pro-slawisch" - möglich war. Dieses Gebiet, heute aufgeteilt zwischen Polen und Russland, hat in vielem die Bedeutung eines Paradigmas. Insbesondere der russische Teil Ostpreußens mit der Hauptstadt Königsberg (Kaliningrad) symbolisiert sowohl die Problematik der vertriebenen deutschen Bewohner, denen selbst der Besuch ihrer alten Heimat über Jahrzehnte verwehrt blieb, als auch das Problem der Integration in die erweiterte EU, in der sich das Kaliningrader Gebiet nun als russische Insel wiederfindet. Unsere Tour ergibt eine umfassende Zusammenschau, die uns eine Analyse und Beurteilung auch der neuen historischen Entwicklung in Ostpreußen erlaubt. Doch wollen wir uns nicht nur mit dem komplexen, über Jahrhunderte entstandenen, politischen Problemkreis beschäftigen, sondern auch die einmalige landschaftliche Schönheit genießen. Uns wird es oft vorkommen, als wäre die Zeit irgendwann einmal stehengeblieben oder es hätte sich nur wenig weiterentwickelt.
Reiseverlauf:
1. Tag: MI Anreise - Danzig
Vormittags Linienflug mit LOT von Frankfurt (ggf. von München) nach Danzig. Transfer zum ***Hotel und Gelegenheit für einen ersten individuellen Bummel durch die herrliche Altstadt. Abends Treffen mit der Reiseleitung.
2. Tag: DO Marienburg – Frauenburg
Fahrt nach Malbork (dt. Marienburg). Besichtigung der, an der Nogat gelegenen Marienburg, einst Sitz der Hochmeister des Deutschen Ritterordens und bis ins 13 Jh. die mächtigste Festungsanlage Europas. Die Backsteinburg ist ein Meisterwerk spätgotischer Baukunst, die aufgrund ihres historischen Wertes zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Ausführliche Besichtigung der Burganlage, die sich im Laufe der Jahrhunderte von der Trutzburg der Deutschritter zum Stützpunkt polnischer Könige bis hin zur Kaserne unter preußischer Herrschaft entwickelt hat. Anschl. Weiterfahrt nach Frombork (dt. Frauenburg) mit Besuch des Doms. In der ersten Hälfte des 16. Jh. wirkte Kopernikus als Domherr auf der auf einem Hügel thronenden, mächtigen Kathedrale und revolutionierte mit seinen Thesen zur Astronomie das mittelalterliche Weltbild. Fahrt nach Kadyny (dt. Kadinen), das bereits im Jahr 1255 erstmals erwähnt wird. Etwa 1720 begann man mit dem Bau eines Gutshauses, das Kaiser Wilhelm 1899 zu seiner Sommerresidenz ausbauen ließ und seitdem als Schloss bezeichnet wurde. Dort unser Hotel.
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3. Tag: FR Kadinen - Kaliningrad
Fahrt über die Grenze in das Kaliningrader Gebiet. Visaformalitäten. Weiterfahrt nach Königsberg, dem heutigen Kaliningrad. Check-In in unserem ***Hotel (3 Nächte). Nachm. Besichtigung der beiderseits des Pregel gelegenen, ehemaligen ostpreußischen Hauptstadt: Dom, Grabmal Immanuel Kants, Bernstein-Museum, Börse, Luisenkirche, alte Festungsanlagen, Stadttore. Rundblick von der Aussichtsplattform des Königsberger Schlosses, das seit einigen Jahren wieder aufgebaut wird. Rundgang im Museum mit einigen, hier ausgegrabenen Exponaten.
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4. Tag: SA Bernsteinküste
Heute ein Tagesausflug an die Bernsteinküste. Zunächst nach Baltijsk, (dt. Pillau), heute ein Stützpunkt der russischen Ostseeflotte, weshalb wir eine Sondergenehmigung benötigen. Stadtbesichtigung mit dem alten Wasserturm, der Marienkirche (ehem. reformierte Kirche), dem Amtsgericht (Marinemuseum), dem Jungengymnasium (Matrosenclub) der Zitadelle und dem romantischen Leuchturm (32m hoch). Nachm. Fahrt nach Jantarny (dt. Palmnicken), bekannt als der einzige Ort auf der Erde, wo Bernstein im Tagebau gewonnen wird. Wir besichtigen eine private Bernsteinmanufaktur, danach Rückfahrt nach Kaliningrad.
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5. Tag: SO Kurische Nehrung
Fahrt auf die Kurische Nehrung, einem Landstrich, der das Kurische Haff von der Ostsee trennt und nur 100 km lang, dabei oftmals nur wenige hundert Meter breit ist und vor allem durch großartige Landschaftsbilder begeistert. Sie besteht ausschließlich aus Sand und riesigen Wanderdünen. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. gelang es, die Dünen mittels Bepflanzung zu stabilisieren, nachdem sie immer wieder ganze Orte unter sich begruben. Von der höchsten Düne ein Panoramablick über die Ostsee, das Haff und die Nehrung. Besuch in der weltweit ältesten Vogelwarte, die 1901 von Johannes Thinemann in Rossitten gegründet wurde, wo wir dem Beringen der Vögel zuschauen können. Fahrt nach Rauschen, dem heutigen Swetlogorsk, der „Perle der Bernsteinküste“. Dieser Kurort zählt zu den schönsten des Samlands. Während eines Spaziergangs können wir die alten Häuser aus dem vergangenen Jahrhundert, Skulpturen des deutschen Bildhauers H. Brachert sowie die Sonnenuhr betrachten. Abends Rückkehr nach Kaliningrad.
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6. Tag: MO Tilsit – Insterburg
Unsere Fahrt führt uns über die einstige Reichsstraße 126. In Mordowskoe (dt. Legitten) die Ruine der Kirche, in Polessk (dt. Labiau) noch die Reste der Ordensburg und die Adlerbrücke. Weiterfahrt in die zweitgrößte Stadt der Oblast Kaliningrad: Tilsit, das russische Sovetsk. Die Stadt ist Geburtsort bedeut. Persönlichkeiten, wie Max von Schenkendorff, der Dichter der napoleonischen Freiheitskriege, Wilhelm Voigt, der als „Hauptmann von Köpenick“ in die Geschichte einging und der Schauspieler Armin Müller-Stahl, jüngster bekannter Sohn Tilsits. Besichtigung: Hohe Straße, Königin Luise-Brücke, Gericht und Theater. Das heutige Sovetsk hinterlässt in weiten Teilen den Eindruck einer verschlafenen, deutschen Provinzstadt, die bautechnisch jedoch stark einsturzgefährdet ist. In Neman (dt. Ragnit) die Ruine der Ordensburg des Deutschen Ordens aus dem 14. Jh. Erhalten blieben auch das schmale Uhrentürmchen und die Stadtkirche. Weiterfahrt nach Tschernjachowsk (dt. Insterburg), unterwegs zunächst ein Stopp in Majovka (Georgenburg). Wie einst ist der Ort noch heute ein Zentrum der Pferdezucht. Rundgang in Tschernjachowsk, dessen Stadtkern trotz schwerer Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten geblieben ist: die Katholische und russische orthodoxe Kirche, das alte Rathaus, der Wasserturm, der alte Bahnhof. Längere Fahrt über die polnische Grenze und weiter bis nach Mrangowo (Sensburg) in Masuren. Dort unser ***Hotel - als Entschädigung für den langen Fahrttag unser Standort für 3 Nächte.
FA
7. Tag: DI Nikolaiken - Wolfsschanze
Vorm. Fahrt nach Mikolajki (dt. Nikolaiken) und Rundgang in dem "masurischen Venedig". Nachm. Besichtigung der Trümmer der „Wolfsschanze“, dem ehem. "Führerhauptquartier" der Nazis, wo am 20.07.1944 Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Adolf Hitler unternahm. Abends zurück in Sensburg.
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8. Tag: MI Malerisches Masuren
Vorm. eine Stocherkahnfahrt (mit einem Stakboot) auf der Kruttinna, einem idyllischen Flüsschen in Masuren. Danach Besuch des Klosters der (russisch-orthodoxen) Philipponen in Wojnowo (dt. Eckertsdorf). Nachm. eine schöne Fahrt durch die Johannisburger Heide nach Johannisburg (Pisz). Auf dem Rückweg Besuch des Geburtshauses des masurischen Dichters Ernst Wiechert in Kleinort (Pierslawek).
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9. Tag: DO Masuren- Danzig
Fahrt nach Ketrzyn (dt. Rastenburg) mit kurzem Fotostopp bei der Burg. In Swieta Lipka (Heiligelinde) die sehenswerte barocke(!) Wallfahrtskirche, deren Geschichte bis in das 17. Jh. zurück reicht. Der Legende nach stand hier einst eine große Linde mit einer Holzfigur, um die sich ein Kult, der bis heute andauert, entwickelte. Sehr sehenswert die silberne Figur der Muttergottes. In der Hofgalerie einzigartige Deckenfresken und Barockskulpturen. Anschl. Weiterfahrt über Olsztyn (Allenstein) und Elblang (Elbing) mit kurzen Stopps (je nach Zeit) nach Danzig.***Hotel (2 Nächte).
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10. Tag: FR Danzig
Danzig zählt seit dem 14. Jh. zu einer der bedeutendsten Hansestädte, die im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde. Vorm. Besichtigung der detailgetreu wieder aufgebauten Altstadt: Das Rechtstädtische Rathaus, Rundblick auf die Stadt vom Rathausturm, die Marienkirche, der Lange Markt, das Krantor, das Goldene Tor, der Artushof und die Frauengasse. Nachm. Besuch der gotischen Kathedrale von Oliwa mit ihrer fast 8.000 Pfeifen zählenden Orgel. Erlebnis eines Konzertes. In Zoppot der Seesteig, das Grand Hotel und das Kasino. Die Lektüre der "Danziger Trilogie" von Günter Grass wird uns während unserer Besichtigungen so manche Blechtrommel-Szene wahrnehmen lassen.
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11. Tag: SA Rückflug
Morgens etwas freie Zeit. Mittags Transfer zum Flughafen und Rückflug mit LOT nach Frankfurt (ggf. München).
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Höhepunkte:
Charakteristik / Komfort:
Eine Busrundreise von Danzig über Marienburg und das verträumte Ermland nach Kaliningrad und über Masuren zurück nach Danzig. Ein Schwerpunkt ist Königsberg, von wo aus wir die Nordhälfte Ostpreußens aufsuchen, dazu eine Rundfahrt auf der Kurischen Nehrung. Einige Hotels außergewöhnlich: u.a. übernachten wir in Kadinen in einem ehemaligen deutschen Gutshaus. Besonders bequem bei dieser Reise: Da wir uns nur drei Nächte im Kaliningrader Gebiet aufhalten, bekommen wir das russische Visum an der Grenze und müssen es nicht mühsam vorab einholen.
Im Reisepreis enthalten
- <ul> <li>Nonstopp - Linienflüge mit LOT POLISH AIRLINES ab/bis Frankfurt einschl. Steuern und Gebühren</li> <li>Übernachtungen in Hotels entspr. Standard (Landeskat.) lt. Tourverlauf oder gleichwertig</li> <li>Mahlzeiten s. Tourverlauf (F = Frühstück, M = Mittagessen, A = Abendessen)</li> <li>Transfers, Besichtigungs - , Rundfahrten - und Erlebnisprogramm einschl. Eintrittsgelder</li> <li>ein Reisehandbuch nach Wahl</li> <li>Reiseleitung örtl., deutschspr.</li> </ul>
- Mindestteilnehmerzahl: 12
- Maximale Teilnehmerzahl: 20





+49 (0) 9408 - 86 98 403





