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AserbaidschanAserbaidschan / StudienreisenReise Nr. 2688 Auf unserer Reise durch das bei uns weitgehend unbekannte oder unterschätzte schöne Land komplexer Geschichte und Gegenwart, kontrast- und abwechslungsreicher Natur und Kultur beschäftigen wir uns u.a. mit folgenden Themen:
Vorgesehenes Reiseprogramm 1. Tag Spätnachmittags Flugreise Deutschland-Baku via Istanbul mit Turkish Airlines 2. Tag 3. Tag 4. Tag 5. Tag 6. Tag 7. Tag 8. Tag 9. Tag 10. Tag Feuerland zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer In Aserbaidschan befand sich das biblische Paradies. Jüngere Forschungsergebnisse legen nahe, dass der biblische Garten Eden weniger metaphorisch als bisher angenommen war. Der Archäologe David Rohl hat im Buch Genesis zahlreiche geographische Bezüge zu tatsächlichen Orten in Südaserbaidschann (im heutigen Iran) ausgemacht, so bringt er das Eden Tal mit dem Aji Chai Tal in der Nähe des heutigen Täbris in Verbindung und verortet das Land Nod in der Gegend von Ardebil. Nach der Schließung des Paradieses erlebte das Land eine Achterbahnfahrt. Die Fremdherrscher lösten einander ab: Römer, Parther, Perser, Araber, Georgier, Mongolen, Türken, Russen. Historisch-Kulturelle Achterbahn Einige Stationen der Achterbahnfahrt: Diverse Religionen. Mit den Persern wurden zunächst Elemente der ersten großen monotheistischen Religion, dem Zoroastrismus, aufgenommen, verschmolzen mit früheren Erscheinungen der Feueranbetung. Ansonsten war das Gebiet 'ein Schmelztiegel von Völkern, Religionen und einigen nur unzureichend klassifizierbaren Ministaaten, die im Lauf der Zeit kamen und gingen' (Mark Elliott). In der heutigen Exklave Nachtschiwan und bei Kisch finden sich sehr frühe Zeugnisse des Christentums, das im 4 Jh., fast zeitgleich wie in Armenien und Georgien, zur dominierenden Religion in Albanien (wie das Gebiet des heutigen Aserbaidschan damals genannt wurde) avancierte. Der Islam drang mit Arabern und Türken ab dem 8. Jh. verstärkt in den Raum ein, seine schiitische Version wurde jedoch erst 1501 offiziell angenommen. Bis zur Machtübernahme durch die Russen (1807/1828) rangen schiitische Perser und osmanisch-sunnitische Türken um Einfluss. Das Jahrhundert vor dem russischen Einmarsch war geprägt von einer relativen Unabhängigkeit der lokalen Herrschaften kleiner Khanate. Ein wichtiges Gebilde jener Zeit trug den Namen Schirwan und wurde von den Schirwan-Schahs meist aus Schamacha und Baku regiert. Zu diesen Khanaten zählten auch (das heute armenische) Ierevan und (das heute georgische) Kachetien. Doch nicht 'nur' im Westen, sondern auch nördlich und südlich hatte man einst größere Verbreitung: 'Die historische Landschaft Aserbaidschan reicht weit über das heutige Staatsterritorium der Republik Aserbaidschan hinaus und umfasst die Nordprovinz der Islamischen Republik Iran mit ihrer türksprachigen Bevölkerung, die auf zwanzig bis dreißig Millionen Menschen geschätzt wird'. (Eva-Maria Auch) ' Die historisch bedeutendsten aserbaidschanischen Städte befinden sich außerhalb der Grenzen der Republik Aserbaidschan: Täbris und Ardebil im Iran und Derbent in Russland '(Dagestan) (Mark Elliott). Dass sich in diesem Tatbestand auch gegenwärtiger Sprengstoff befindet, liegt auf der Hand, zumal das Gebiet 'im 1. Jahrhundert v. Chr. zwischenzeitlich vom Armenierkönig Tigran unterworfen…' (Auch) worden war und auch die Georgier vor nicht einmal 900 Jahren Herrschaft auf heute aserbaidschanischem Staatsgebiet ausübten. In die frühe Zeit der russischen Besatzung (1818/19) fällt die Ansiedlung von Kolonisten überwiegend aus Württemberg und die Gründung der Kolonien Helenendorf und Annenfeld. Sie machten sich um den Weinanbau und die Kognakherstellung verdient. Auf anderem Gebiet war in jener Zeit die Familie Siemens tätig. Nach dem Vertrag von Turkmenchay, in dem 1828 der Fluss Araz als Grenze zwischen dem Russischen Reich und Iran festgeschrieben wurde, kamen auf russische Einladung Zehntausende Armenier in die südkaukasischen Gouvernements. Manche sehen hier den Grundstein für den heutigen aserbaidschanisch-armenischen Konflikt. Gleichzeitig liegt in diesem Vertrag ein Anfangsgrund für den, auch bis heute andauernden, iranisch-aserbaidschanischen Zwist über die große aserbaidschanische Volksgruppe im Nordiran (oder 'Südaserbaidschan'), der auch dazu führte, dass sich die Aseris den sprachlich-ethnisch verwandten Türken trotz deren sunnitischer Islamanhängerschaft viel näher fühlen, als den religiös verwandten schiitischen Iranern. Ölboom Im letzten Drittel des 19 Jahrhunderts setzte eine entscheidende Wendung im Schicksal, nicht des gesamten Landes, aber der Stadt Baku ein, als das Auto erfunden und die Ölförderung entstaatlicht wurde. Die Produktion explodierte, Rothschilds, Nobels und (als aserbaidschanische Ausnahme) Tagiyevs trugen dazu bei, zu Beginn des 20. Jh. kam die Hälfte der Welterdölproduktion aus Baku. Die Stadt wurde aus einem verschlafenen Fischerdorf zu einer blühenden kosmopolitischen Metropole mit herbeieilenden Russen, Persern, Europäern, Armeniern und Juden, die einheimische 'Normalbevölkerung' profitierte weniger vom Boom. Nach dem 1.Weltkrieg kam es am 28.5.1918 zur Ausrufung der ersten aserbaidschanischen Republik und Bildung einer bürgerlich nationalen Regierung unter dem Motto 'Islamisch im Glauben, westlich im Geiste und europäisch im Erscheinen'. Dieser erste explizite aserbaidschanische Staat Überlebte nur bis Frühjahr 1920, dann kam die lange sowjetische Nacht, die heute, zumindest, was die 1970er und 80er Jahre angeht, nicht mehr als Nacht interpretiert wird, werden darf, da in jener Zeit der Große Heydar Aliyev das Ruder in der Sowjetrepublik übernommen hat. Nach den Wirren des Umbruchs der frühen 1990er Jahre hat die Familie seit 1993 das Land wieder im Griff. Die Jahre der Unabhängigkeit Aserbaidschans sind seither geprägt von einer Wiederbelebung der Öl- und Gasindustrie, die im neuen Jahrtausend zu einem explodierenden Wirtschaftswachstum geführt hat, das seit der Eröffnung der Pipeline Baku-Tbilisi-Ceyhan 2006 noch weiter befeuert wird, schwierigen außenpolitischen Verhältnissen, deren Hauptproblem der ungelöste, seit dem 1994 vereinbarten Waffenstillstand eingefrorene, Konflikt mit Armenien um Berg Karabach zu darstellt, einem wenig Widerspruch duldenden Stil der Herrschaftsausübung und einer, gerade im Vergleich zum schiitisch-muslimischen Nachbarland Iran, sehr liberalen Islamauffassung. Wie es ein Bakuwiner ausdrückte: 'der Koran verbietet es uns Wein zu trinken. Dann trinken wir halt Wodka'. Dies alles spielt sich ab in einer äußerst vielfältigen, teilweise hinreißend schönen Natur. Drei Beispiele: 'Was in der Region auf den Tisch kommt, könnte, auch ohne ein entsprechendes Label, als 'Bio' bezeichnet werden. Unglaublich: Tomaten schmecken nach Tomaten, Gurken nach Gurken und den längst vergessenen Geschmack von Kartoffeln kann man neu entdecken!'. (Hartmut Müller) 'Summer strolls on Fountains Square, Baku, can trigger a hormonal overload fort the less-controlled male observer' (Mark Elliott). 'Von dort überblickte ich meine Welt, die dicke Festungsmauer der alten Stadt und die Ruinen des Palastes mit der arabischen Aufschrift am Eingang. Durch das Gewirr der Straßen schritten die Kamele mit so zarten Fesseln, dass man sie zu streicheln versucht war. Vor mir erhob sich der plumpe, runde Mädchenturm, um den Legenden und Fremdenführer kreisten. Weiter, hinter dem Turm, begann das Meer – das völlig geschichtslose, bleierne und unergründliche Kaspische Meer, und im Rücken war die Wüste – zackige Felsen, Sand und Dorn, ruhig, stumm, unüberwindlich, die schönste Landschaft der Welt.' (Lev Nussimbaum/Essad Bey/Kurban Said: Ali und Nino) Inklusivleistungen:
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