Kaliningrad–Königsberg und Kursskaja kosa–Kurische NehrungReise Nr. 97 Auf unserer Reise in die Stadt an Pregel-Fluss und Frischem Haff, die heute nach Moskau und St. Petersburg als die interessanteste Russlands gilt, beschäftigen wir uns mit folgenden Aspekten ihrer Geschichte und Gegenwart: Reiseverlauf:1. Tag:Abfahrt mit dem EC ab Berlin (ca. 15.30 Uhr) nach Tczew/Dirschau, Ankunft ca. 21.30 Uhr. Übernachtung 2. Tag:3. Tag:Annäherung an die Geschichte Königsbergs: Stadtrundfahrt mit Ausstiegen (Innenstadt, Dom, Kantgrabmal, Kneiphof, Börse, Theater, Schillerdenkmal, Stadttore, Festungsanlagen, Villenviertel Amalienau, Pregelhafen u.a.). Kaliningrader Leben heute/Perspektiven des Gebiets: Begegnung mit Kaliningrader Studierenden 4. Tag:Die Nazizeit und die Verfolgung der Königsberger Juden: Vortrag über die wichtigsten Ereignisse zwischen 1933 und 1945, Besuch von Orten, die damit im Zusammenhang stehen, Einbeziehung literarischer Zeugnisse. Die Eroberung Königsbergs durch die Rote Armee und die Drangsalierung und Vertreibung der deutschen Bevölkerung: Besuch des 'Bunkermuseums'. Jüdisches Leben im heutigen Kaliningrad: Gespräch mit dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde. Konzert des jüdischen Kinderchors. 5. Tag:Die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation: Gespräch mit einer Kaliningrader Journalistin. Zeit zur freien Verfügung. Fahrt in die alte und neue Grenzstadt Tilsit mit Stopps in Insterburg und Gumbinnen. 6. Tag:Geführter Spaziergang durch Tilsit (u.a. Königin-Luise-Brücke, Jugendstilbauten, ehem. Synagoge). Zeit zur freien Verfügung. Abfahrt nach Cranz an der Ostsee. 7. Tag: Tagesexkursion Samland und Kurische Nehrung:8. Tag:9. Tag:Abfahrt (ca. 7.30 Uhr) mit dem EC nach Berlin (Ankunft ca. 13.30 Uhr) Keine ”Heimwehreise” zu Kant, Klopsen, Krieg, Kommunismus und KokakolaDie Ursprünge Königsbergs reichen ins 13. Jh. zurück. Im Verlauf eines Kreuzzuges des Deutschen Ritterordens unter Führung des Königs Ottokar II. von Böhmen zur Unterwerfung der heidnischen Pruzzen und Litauer errichtete man 1255 am Ufer des Pregels eine Holzfeste, die noch im selben Jahrhundert zur steinernen Burg umgebaut wurde. Aus des Königs Burg wurde später Königsberg, aus dem Namen der ermordeten oder gewaltsam christianisierten Pruzzen leitete sich Preußen ab. 1339 waren die ursprünglich drei Städte – Altstadt, Löbenicht, Kneiphof, die erst viel später (1724) zu Königsberg wurden, der Hanse beigetreten, was zum einen zum wirtschaftlichen Aufschwung führte, zum anderen ein faktisches Ansiedlungsverbot für Juden bedeutete. Im selben Jahrhundert wurde der Königsberger Dom errichtet. ”Stadt der reinen Vernunft”200 Jahre später wurde Preußen mit dem Niedergang des Deutschen Ritterordens ein weltliches Herzogtum unter polnischer Lehnshoheit. Der von seinem Onkel, dem polnischen König Sigismund I., mit der Herzogwürde belehnte Markgraf Albrecht von Brandenburg gründete 1544 die nach ihm benannte Königsberger Universität, an der wiederum 200 Jahre später der größte Sohn der Stadt, Immanuel Kant, als Professor für Logik und Metaphysik wirkte. Mittlerweile war Königsberg wieder unter deutsche Oberherrschaft gekommen, hatte sich Friedrich III. im Schloss zum ersten ”König in Preußen” gekrönt (1701), war die Stadt Kapitale Ostpreußens geworden (1782). Ins ausgehende 17. Jh. fallen die Anfänge der Königsberger jüdischen Gemeinde, die ihren zahlenmäßigen Höhepunkt kurz nach der Gründung des Deutschen Reiches erlebte (knapp vier Prozent der Einwohner, damit viermal mehr als der Reichsdurchschnitt). Die Königsberger Juden waren zum größten Teil weitgehend akkulturiert, was jedoch nicht ihre vollkommene Gleichberechtigung bedeutete. Die relativ liberale Grundstimmung in der Stadt kippte nach 1918 – Ostpreußen war zur Exklave geworden, was wirtschaftliche Schwierigkeiten noch forcierte – in ihr Gegenteil um. Ab 1930 erhielt die NSDAP starken Zulauf. Nach dem Machtantritt der Nazis waren die Königsberger Juden verschiedensten Verfolgungen ausgesetzt. Zwei Drittel der ca. 3.000 Gemeindemitglieder konnten noch rechtzeitig emigrieren, über 1.100 wurden 1942/43 zur Ermordung nach Minsk, Riga, Theresienstadt und Auschwitz deportiert. Ihren Platz als Zwangsarbeiter in den Fabriken nahmen überwiegend verschleppte Russen ein. Aus Königsberg wird KaliningradDurch englische Bombenangriffe im August 1944 und im Zuge der Kämpfe um die ”Festung Königsberg” im Frühjahr 1945 wurden 90% der Innenstadt zerstört. Von den zum Zeitpunkt der Einnahme durch die Rote Armee noch in der Stadt lebenden ca. 130.000 Deutschen kamen über 90.000 aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen und sowjetischer Willkür- und Racheakte ums Leben. Die Übrigen wurden 1948 ausgesiedelt. Bis 1991 war Kaliningrad als militärischer Sperrbezirk eine geschlossene Stadt. Durch die Unabhängigkeit Litauens wurde das Gebiet zu einer russischen Exklave. Trotz großer wirtschaftlicher Probleme ist die ehemalige Kapitale Ostpreußens heute neben Moskau und St. Petersburg eine der interessantesten Städte Russlands. Ob sie ihren 1946 verliehenen Namen behält, in Königsberg rück- oder in Kantstadt umbenannt wird, ist nur eine der Fragen, über die in Zukunft entschieden wird. Dass diese Frage mehr als nur Symbolcharakter hat, zeigten die kontroversen Diskussionen um die Gestaltung der Jubiläumsfeiern zum 750. Stadtgeburtstag im Jahr 2005. Im Reisepreis enthalten
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