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Litauen - Lietuva: Vilnius–Wilna und Kursiu nerija–Kurische Nehrung

  • Litauen
  • Studienreisen

Reise Nr. 68

Themen unserer Reise ins geographische Zentrum Europas:

  • Vielvölkervergangenheit: Litauen unter polnischer, russischer, sowjetischer und litauischer Herrschaft
  • ”Litauisches Jerusalem”: Jüdisches Leben in Wilne und seine Vernichtung durch die Deutschen (Jüdisches Museum, ehem. Ghetto, Gedenkstätte im Paneriai-Wald)
  • Exkursion nach Trakai: Nationalpark, Wasserburg und die Geschichte der litauischen Karäer
  • Das unabhängige Litauen: der Kampf um die Loslösung von der Sowjetunion (Fernsehturm, KGB-Museum)
  • Die Zwischenkriegshauptstadt Kaunas
  • Deutsche Vergangenheit: Die wechselhafte Geschichte des Memelgebiets
  • Kunst und Literatur (die Künstlerkolonie und das Thomas-Mann-Haus in Nidden)
  • Treffen und Gespräche mit einem Lokalpolitiker, einem ehemaligen GULAG-Häftling, einer jüdischen ehem. Widerstandskämpferin vermitteln Hintergrundwissen

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    Reiseverlauf:

    1. Tag:

    Abfahrt ab Berlin (ca. 17.30 Uhr) mit dem EC nach Warschau (Ankunft ca. 23.00 Uhr), Übernachtung in Warschau

    2. Tag:

  • Weiterfahrt (ca. 7.00 Uhr) mit dem Expresszug nach Wilna
  • Ankunft in Wilna (ca. 18.00 Uhr), Zeit für einen ersten Orientierungsspaziergang

    3. Tag:

  • „Multikulturelles Wilna“: Ausführlicher geführter Spaziergang durch die Altstadt (Kathedrale, Universität, Gediminas-Turm, Tor der Morgenröte, Kirchen der verschiedenen Konfessionen u.a.)
  • Zeit zur freien Verfügung

    4. Tag: Jerusalem des Nordens

  • Treffen mit einem Mitglied der jüdischen Gemeinde, Gespräch über die aktuelle Situation.
  • Spaziergang mit einer jüdischen ehemaligen Widerstandskämpferin: Synagoge, jüdisches Museum, Gelände des ehemaligen Ghettos.
  • Besuch der Gedenkstätte im Paneriai-/Ponary-Wald, einem Ort von Massenerschießungen der Wilnaer Juden während der deutschen Besatzung.

    5. Tag: Der Kampf um Unabhängigkeit und die Hauptstadt des neuen Litauen

    Treffen und Gespräch mit einem ehemaligen GULAG-Häftling, Führung durch das KGB-Museum, Besichtigung des Fernsehturmes und des Denkmals vor dem Parlament Exkursion nach Trakai:

  • Besichtigung der alten Hauptstadt mit Wasserburg und Gotikschloss aus dem 14. Jh.
  • Treffen mit einem Vertreter der Karäer (Ende des 14. Jh. von der Krim eingewanderte tatarische Volksgruppe, die religiös nach der Thora lebt).
  • Zeit zur freien Verfügung.
  • Gespräch mit einem Politiker über die aktuelle wirtschaftliche, politische und soziale Situation in Litauen

    6. Tag:

    Fahrt mit dem Reisebus nach Kaunas: Die 'Vorläufige Hauptstadt' der Zwischenkriegszeit und ihre Geschichte (Führung durch die Altstadt mit Marktplatz, Kathedrale, Synagoge u. a.). Weiterfahrt nach Nida/Nidden.

    7. Tag: Die litauische Sahara

    Besteigung der Hohen Düne. Führung durch Nidden (alter Dorfkern, Hafen, Bernstein-Galerie u. a.). Zeit zur freien Verfügung. Literarischer Kaminabend im Thomas-Mann-Haus.

    8. Tag:

  • Abfahrt aus Nidden (ca. 8.00 Uhr)
  • Kurzer Zwischenaufenthalt in Schwarzort/Juodkrante
  • Stadtrundgang in Klaipeda/Memel
  • Abfahrt mit der Fähre nach Kiel (ca. 15.00 Uhr)

    9. Tag:

    Ankunft in Kiel (ca. 12.00 Uhr)

    Jerusalem des Nordens und Litauische Sahara

    Die Litauer gelten als ”die letzten Heiden Europas” (Czesław Miłosz), da sie erst 1386 – durch die Heirat des litauischen Großfürsten Jogaila (Jagiełło) mit der polnischen Thronfolgerin Jadwiga, einer Zweckehe gegen die Bedrohung durch den Deutschen Ritterorden – den katholischen Glauben annahmen. Durch die hiermit vollzogene Personalunion wurde Polen-Litauen zum größten Flächenstaat Europas. Der Katholizismus breitete sich in Litauen so rasant aus, dass die Reformationsbewegung wenig Land sah. Im Zuge der Gegenreformation wurden in Wilna von den Jesuiten und etlichen anderen Ordensgemeinschaften so viele Klöster und Kirchen errichtet, dass man es ”Heilige Stadt” und ”Rom Osteuropas” nannte.

    Nach 1386 polonisierte sich der litauische Adel, eine litauische Nationalsprache und -kultur entwickelte sich erst wieder ab dem 19. Jahrhundert. Die polnische kulturelle Hegemonie in der Stadt am Zusammenfluss von Vilnia und Neris konnten auch die zwischenzeitlichen schwedischen (1700-1721) und russischen (1795 bis zum 1. Weltkrieg) Herrschaftsträger nicht in Frage stellen. Noch heute ist Wilna tief im polnischen Nationalbewusstsein verwurzelt. Dafür stehen u.a. auch die Namen von Mickiewicz, Słowacki, Piłsudski, Dzierżyński und Miłosz. Gleichzeitig war Wilna auch immer eine Vielvölkerstadt: neben Polen lebten hier v. a. Litauer, Juden und Weißrussen.

    ”Jérusalem de Lituanie”

    Den anderswo verfolgten Juden wurden im Litauen des 14. Jahrhunderts von Großfürst Vytautas weit reichende Privilegien und Asyl gewährt. Zunächst allerdings nicht in Wilna, lange Zeit hatte die Stadt das ”Privileg” de non tolerandis judaeis. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand die erste jüdische Gemeinde. Die weitere Entwicklung verlief jedoch so rasant, dass Napoléon das Wort vom ”Jérusalem de Lituanie” prägen konnte. Lange Zeit galt das jüdische Wilne als Bollwerk der Orthodoxie. Bedeutendster Vertreter der rabbinischen Tradition gegen Haskala und Chassidismus war der ”Gaon von Wilna” (18. Jh.). Erst gegen Anfang des 20. Jahrhunderts setzte ein dynamischer Modernisierungsprozess ein, der hier nur sehr bruchstückhaft mit der Gründung des ”Bund” (1897) und des ”Yidisher Visenshaftlecher Institut” (YIVO) (1925) angedeutet werden kann.

    Nach den kurzen Perioden litauischer (1939/40) und sowjetischer (40/41) Herrschaft (die auf die polnische Annexion Wilnas 1920 folgten, die Kaunas zur Zwischenkriegshauptstadt Litauens gemacht hatte) begann die deutsche Besatzung. Unter ihr wurden fast alle Wilnaer Juden – unter litauischer Mithilfe – im Ghetto und im Wald von Paneriai ermordet. Die heute ca. 5.000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde knüpft einerseits zaghaft an die frühere Tradition an, wird aber andererseits durch die Emigration vieler Juden immer kleiner.

    Sowjetisierung und Kampf um Unabhängigkeit

    In der Sowjetzeit wurden 250.000 Litauer in die stalinistischen Lager deportiert, viele Polen nach Danzig und Thorn ”ausgesiedelt”, die kulturelle Vielfalt weiter nivelliert. Das Ringen der Litauer um die staatliche Unabhängigkeit ab Ende der 1980er Jahre war mit vielen Schwierigkeiten und Opfern verbunden (Angriff der sowjetischen Truppen auf den Wilnaer Fernsehturm im Januar 1991), letztlich aber doch erfolgreich. Der unabhängige Staat ist seither dabei, weit reichende Reformen der politischen und wirtschaftlichen Strukturen umzusetzen. Diese Bemühungen wurden 2004 mit der Aufnahme in die EU ”belohnt”, doch ist das politische Spektrum des Landes durch Instabilitäten und Anfälligkeit der Bevölkerung für populistische Kandidaten geprägt.

    Klaipeda/Memel

    Eine etwas andere historische Entwicklung als der Rest des heutigen Litauens nahm das Memelgebiet im Westen des Landes um die Stadt Memel/Klaipeda. Die Region war zunächst von baltischen Stämmen besiedelt, fiel 1422 an den Deutschen Orden und war dann ab 1525 vierhundert Jahre Teil Preußens. Im Versailler Vertrag von 1919 wurde die Abtrennung des Memelgebiets von Deutschland und seine Unterstellung unter alliierte Aufsicht verfügt, bis litauische Freischärler es 1923 annektierten. 1924/25 trat die Memelkonvention in Kraft. Das Gebiet war nun autonom, unterstand aber litauischer Staatshoheit, bis es im März 1939 von Hitler dem Deutschen Reich angeschlossen wurde. In der litauischen Sowjetrepublik war Klaipeda bis 1987 militärisches Sperrgebiet und ”geschlossene Stadt”, heute zeigt sich die drittgrößte Stadt Litauens offen und dynamisch.

    Kuršiu nerija/Kurische Nehrung

    Die 96 km lange Kurische Nehrung trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Bereits im 16. Jh. hatte man auf dem schmalen Landstreifen mit der Rodung der Wälder begonnen. Die Wanderung der Dünen war die Folge, viele Dörfer wurden unter dem Sand begraben. Im 19. Jh. begann man mit der Aufforstung. Zu Beginn des 20. Jh. entstand in Nidden eine Künstlerkolonie, in der u.a. die Maler Lovis Corinth, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Ernst Mollenhauer lebten, Thomas Mann ließ sich 1929 dort ein Sommerhaus bauen. Seit der litauischen Unabhängigkeit ist die Nehrung zwischen Litauen und dem Kaliningrader Gebiet aufgeteilt, beide Teile wurden 1991 zu einem Nationalpark erklärt. Die steigenden Touristenzahlen sind wirtschaftlich wichtig, ökologisch problematisch und überhaupt kein Wunder. Wusste doch 1809 schon Wilhelm von Humboldt: ”Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie eigentlich ebensogut als Spanien und Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll.”

    Im Reisepreis enthalten

    • Vorbereitungsmaterialien
    • Bahnreisen Berlin - Warschau im EC und Warschau - Wilna im D - Zug (2. Klasse mit kurzen Umstiegen in Sestokai und Kaunas)
    • Fährüberfahrt Klaipeda - Kiel (4 - Bett - Innenkabine mit Dusche/WC)
    • Alle Bustransfers innerhalb des Landes
    • 7 Übernachtungen im DZ mit Bad/WC in Mittelklassehotels in Warschau (1, Hotel „Metropol“, Bahnhofsnähe), Wilna (4, Hotel „Tilto“, nah zur Kathedrale und zur Altstadt) und Nidden (2, Hotel „Jurate“)
    • 7 Tage Halbpension (davon ein Abendessen auf der Fähre)
    • Extrafrühstück am 9. Reisetag auf der Fähre
    • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und litauische Reiseleitung)

    Wunschleistungen

    • Platz in 2 - Bett - Außenkabine Klaipeda - Kiel (mit Dusche/WC): 115,- €
    • Eigene An - und Abreise bis Wilna/ab Klaipeda: -170,- €

    • Mindestteilnehmerzahl: 8
    • Maximale Teilnehmerzahl: 20
  • So erreichen Sie uns:
    • Per Telefon:
      +49 (0) 9408 - 86 98 403
      Montag - Freitag
      9-18 Uhr
      Per E-Mail:
      Schriftlich:
      Paradeast.com
      Orhalm 6a
      93177 Altenthann
      Deutschland

    Reisetermine
    • 18.08. - 26.08.2014
    • verfügbar
    • ausgebucht


    Einreisebestimmungen
    • Litauen: Staatsangehörige der EU-Staaten, sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz benötigen kein Einreisevisum für die Republik Litauen. Die Dauer des Aufenthalts beträgt bis 90 Tage unter Vorlage des gültigen Reisepasses oder Personalausweises.
    • Polen: Visumfrei für alle EU-Bürger für einen unbegrenzten Aufenthalt. Visumfrei für Staatsangehörige der Schweiz für 90 Tage. Notwendig ist der gültige Reisepass oder der gültige Personalausweis.
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