Russland - sibirisches Wintermärchen am Baikal-SeeReise Nr. 306 7 Winterwanderungen im zu Eis erstarrten Sibirien Reiseverlauf:1. Tag AnreiseAbflug über Moskau nach Irkutsk. 2. Tag IrkutskWir landen in Irkutsk und werden mit einem Kleinbus vom Flughafen zu unserem Hotel gebracht. Nachdem wir uns vom Flug etwas ausgeruht haben, gehen wir gemeinsam in eine Gaststätte essen und erkunden danach den historischen Teil der Stadt. Irkutsk wurde vor etwa 300 Jahren von Kosaken gegründet, die im zaristischen Russland die militärisch organisierte Grenzbevölkerung vieler entlegener Gebiete, so auch der Baikal-Region, bildeten. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz an der Kreuzung alter Handelswege. Irkutsk liegt zwar an der Angara, der Name der Stadt geht jedoch auf den Fluss Irkut zurück, der in die Angara mündet. In der Gebietshauptstadt leben Russen, aber auch Burjaten und Tataren. Zu den Sehenswürdigkeiten von Irkutsk zählen v.a. Kirchen mit hübschen Zwiebeltürmen. Wir besuchen eine russisch-orthodoxe Kirche. Am Abend bereiten wir uns auf die morgige Tour vor. Übernachtung in einem Hotel [FM] 3. Tag Fahrt zum Baikal-See, erste EiswanderungDa wir eine recht lange Fahrt vor uns haben, verlassen wir Irkutsk bereits um 8:30 Uhr. Heute können wir uns auf die Sehenswürdigkeiten der Tageran-Steppe und auf unsere erste Eiswanderung freuen. Sobald wir das Tal des Flusses Anga erreichen, das die Südgrenze der Tageran-Steppe bildet, erwarten uns erste Besichtigungen. Wir schauen uns den legendären Berg Eche-Joerd, eine der wichtigsten Kultstätten der Baikalregion, an. Dann besteigen wir den Berg Schebete; er erhebt sich direkt vor dem Baikal-See und bietet sich als schöner Aussichtspunkt an. Auf dem Berg Schebete besichtigen wir auch eine Festungsmauer aus der Kurykanenzeit (8.-9. Jh.). Schließlich betreten wir den vereisten Baikal. Je nach Wetter- und Eisbedingungen wandern wir auf dem Eis der Küstenlinie entlang. Danach geht es wieder an Land und weiter mit dem Auto. Am Abend erreichen wir unsere Herberge unweit der Siedlung Sachuerta, von der sich ein wunderschöner Ausblick auf die Insel Olkhon und die Buchten des Maloje More (des "Kleinen Meeres") bietet. Gehzeit: 2-3h; Übernachtung in einem Gästehaus [FMA] 4. Tag Wandern auf dem Eis und übers Land, Besteigung des Tan-Chan, das Tal der SteingeisterNach dem Frühstück geht es gleich wieder aufs Eis. Durch das Olkhonsker Tor, die engste Stelle zwischen Insel und Festland, kommen wir aus der Meerenge Maloje More auf den offenen See, Bolschoje More. Wir nehmen Kurs Richtung Süden und wandern ca. 2,5 Stunden übers Eis. Dann gehen wir an Land und besteigen den höchsten Berg der Tageran-Steppe, Tan-Chan. Vom See aus sind es gute 540 Höhenmeter. Der Lohn für die Mühe des Aufstiegs ist ein unvergesslicher Panoramablick auf den Baikal, die Steppe, die Meerenge, die Insel und das Primorskij-Gebirge. Oben lassen wir uns ein Picknick schmecken und ziehen danach weiter in Richtung des Tals der Steingeister. Wie das Tal zu diesem Namen kam, erfahren wir, sobald uns die Legende von zwei Schamanen erzählt wird. Mit dem Fahrzeug werden wir abgeholt und zurück zu unserer Herberge gebracht. Gehzeit: 4-5h; Übernachtung in einem Gästehaus [FMA] 5. Tag: Erkundung der Südhälfte, Kap Burchan, am Abend Entspannung in der BanjaAuf der offiziellen Eisstraße fahren wir mit dem Auto zur Insel Olkhon hinüber. Die 72 km lange Insel erstreckt sich entlang der Westküste im mittleren Bereich des Sees. Sie ist dünn besiedelt und meist von steilen Felsklippen gesäumt. Wald (v.a. sibirische Zeder und Lärche) bedeckt den östlichen und nördlichen Inselteil, windgepeitschte Steppenlandschaft die südwestliche Hälfte. Sarma, der wegen seiner Stärke in der Baikal-Region berüchtigte Wind, fegt oft über die Insel. Den Großteil der Inselbevölkerung bilden die Burjaten, sie siedeln aber auch südlich und östlich des Baikal-Sees. Die Religion dieses Volkes ist eine Mischung aus schamanistischen Vorstellungen und dem Buddhismus tibetischer Prägung. An manchen Bäumen und Stelen sind bunte, im Wind flatternde Stoff- und Papierstreifen zu sehen. Sie schmücken heilige Stellen, an denen den Ahnen und lokalen Gottheiten geopfert wird - ähnlich wie in der Mongolei und in Tibet. Zuerst werden wir die Südhälfte der Insel zu Fuß erkunden. Dafür lassen wir uns an die Südostküste bringen und unternehmen von dort aus eine Wanderung. Wir gehen etwas mehr als eine Stunde übers Eis und dann durch einen Wald quer über den Inselrücken an die Westseite. Entlang der Inselachse geht es weiter an der Grenze zwischen Wald und Steppe - immer mit herrlichem Blick auf Maloje More und das Primorskij-Gebirge. Kurz vor dem Dorf Khuzhir lassen wir uns abholen und legen das letzte Stück mit unserem Fahrzeug zurück. In Khuzhir, der größten Siedlung auf Olkhon, sind wir in den Ferienhütten des Öko-Zentrums "Nikita Bentscharov" untergebracht. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und uns etwas ausgeruht haben, brechen wir auf zum Kap Burchan, der vielleicht eindrucksvollsten Sehenswürdigkeit der Insel. Die Burjaten betrachten dieses Kap als eines von neun Häusern, die ihr Hauptgott, Burchan, auf Erden besitzt. Wegen seiner Schönheit ist das Kap Burchan zum Symbol für den Baikal geworden. Nach dem Abendessen - es gibt Omul-Fisch - können wir uns in der Banja, dem russischen Dampfbad, entspannen. Gehzeit: 4-5h; Übernachtung in einem Gästehaus [FMA] 6. Tag: Tagesausflug in den Norden der InselMit einem Geländewagen machen wir uns auf den Weg in Richtung Kap Khoboy (auf Burjatisch "Eckzahn"), der Nordspitze der Insel. Je nach Eisverhältnissen fahren wir entweder auf dem Eis oder übers Land. In der Gegend von Charanzy legen wir unseren ersten Halt ein und lassen die Aussicht über den Baikal auf uns wirken. Blickt man von hier über die Meerenge, meint man, am Hang des Primorskij-Gebirges die Gestalt eines alten Mannes zu erkennen, der ins Wasser geht! Eindrucksvoll ist vor allem sein Gesicht mit Bart. Wir schauen uns auch eine kleine, nicht weit vom Ufer entfernte Insel an. Interessant sind ihre Grotten mit von Eisformationen geschmückten Eingängen. Unser Weg führt weiter an der Pestschanaja-Bucht vorbei, wo sich in den 40er- und 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts ein GULAG-Lager befand. Vom Kap Sagan Khushun (auf Burjatisch, "Weißes Kap"), einem der schönsten Kaps am Baikal, wandern wir das letzte Stück übers Land zum Kap Khoboy, der Nordspitze der Insel. Prachvoller Panoramablick! An der Nordostküste entlang gehen wir noch bis zum Usury-Tal und werden von dort mit dem Auto abgeholt und nach Khuzhir gebracht. Gehzeit: 3-4h; Übernachtung in einem Gästehaus [FMA] 7. Tag Fahrt nach Listwjanka, neolithische Felszeichnungen, der SchamanenfelsenWir nehmen Abschied von der Insel Olkhon und fahren via Irkutsk nach Listwjanka. Unterwegs besichtigen wir eine buddhistische Stupa auf einer der Inseln im Maloje More. Im Süden der Tageran-Steppe halten wir erneut, um einen Spaziergang zu den Felszeichnungen am Berg Sachuerte zu machen. Es gibt zwei Stellen mit Felszeichnungen. Manche Felszeichnungen sind ca. 2000, andere ca. 4000 Jahre alt. Kurz vor Listwjanka, da wo die Angara aus dem Baikal fließt, halten wir nochmal und schauen uns den berühmten, den Einheimischen heiligen Schamanen-Stein an. Hier wird uns die Legende vom alten Vater Baikal und seiner schönen Tochter Angara erzählt. In Listwjanka sind wir in einem kleinen, stilvollen Hotel untergebracht. Wir haben die Möglichkeit, in Listwjanka einen Spaziergang zu machen. Gehzeit: 1h; Übernachtung in einem Hotel [FM] 8. Tag Besichtigungen in Talzy, Bolschaja Retschka und ListwjankaEin abwechslungsreiches Programm erwartet uns. Am Vormittag machen wir einen Ausflug nach Talzy und lernen im hiesigen Freilichtmuseum traditionelle sibirische Baukunst kennen. Außerdem bekommen wir einen Einblick in die Lebensweise der Sibirier im 18./19. Jahrhundert. Auf dem Rückweg nach Listwjanka besuchen wir das Dorf Bolschaja Retschka, wo ein kleiner Dorfrundgang von den hiesigen Kindern übernommen wird. Auf Wunsch können Sie eine Werkstatt eines Künstlers besuchen, der aus Birkenrinde traditionell geschnitzte Gefäße herstellt. In Listwjanka machen wir anschließend einen Spaziergang, schauen uns die Nikola-Kirche an und besuchen den Fisch- und Souvenirmarkt. Übernachtung in einem Hotel [FM] 9. Tag Exkursion mit der alten Baikalbahn, Tunka-Tal, zu Gast bei burjatischen FamilienSicher sind Sie schon gespannt auf die legendäre alte Baikalrundbahn, die sog. Goldene Schnalle am Stahlgürtel Russlands! Mit einer Fähre geht es zuerst über die Angara nach Port Baikal. Von dort fahren wir dann mit einem Exkursionszug bis nach Kultuk. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt diese Eisenbahnstrecke bautechnisch als die teuerste weltweit. Um Schienen legen zu können, mussten Tunnels, Viadukte, Brücken, Stützmauern und andere Konstruktionen errichtet werden. Heute wirkt diese Bahnlinie wie ein Freilichtmuseum. Unser Zug hält oft an, so dass wir aussteigen und uns die besonders interessanten Stellen anschauen können. Genau auf halber Strecke, in der Bucht Polovinnaya, legen wir eine Mittagspause ein. Erst am Abend ist die Südspitze des Baikal erreicht. Von hier fahren wir mit unserem Auto ins Tunka-Tal zu einem kleinen burjatischen Dorf, in dem wir schon von einheimischen Gastfamilien mit reich gedeckten Tischen erwartet werden. Gehzeit: 1h; Übernachtung in den Häusern der Gastfamilien [FMA] 10. Tag SchimkiHeute haben wir die Möglichkeit, einen Einblick in den Alltag eines typisch sibirischen Dorfes zu bekommen. Wir können den Bauern bei ihrer Arbeit zuschauen oder, wenn wir möchten, auch mithelfen: Holz hacken, das Vieh füttern, Wasser holen, Kühe melken, den Ofen anheizen u.s.w. Natürlich machen wir einen Spaziergang durchs Dorf und fahren eine Runde mit dem Pferdeschlitten. Die Wanderlustigen unternehmen einen Ausflug in den Wald. Am Abend lernen wir, eine Spezialität der burjatischen Küche zuzubereiten. Gehzeit: 3h; Übernachtung in den Häusern der Gastfamilien [FMA] 11. Tag Tunka-TalBei unserem heutigen Tagesausflug erkunden wir das Tunka Tal. Zuerst fahren wir in den Kurort Arschan, der durch seine zahlreiche Mineralquellen berühmt ist. Hinter dem Dorf beginnt ein malerischer Pfad. Wir wandern entlang des Bergflusses Kingarga mit seinen bizarren Eisfällen und seinem schönen Canyon. Nach dem Mittagessen fahren wir in die Ortschaft Shemtschug, die durch ihre warmen rhadonhaltigen Thermalquellen bei den Einheimischen sehr beliebt ist. Hier entspannen wir uns nach der Wanderung in einem Thermalbad. Gehzeit: 3-4h; Übernachtung bei den Gastfamilien [FMA] 12. Tag Ulan UdeUnd wieder frühstücken wir früh, weil wir heute eine lange Fahrt nach Ulan-Ude vor uns haben. Ulan-Ude ist die Hauptstadt der Autonomen Republik Burjatien. Wir befahren ein Stück des berühmten "Moskauer Trakt", der Strasse, die seit Jahrhuderten Moskau mit dem Fernen Osten verbindet. Je nach Strassenverhältnissen und Ankunft in Ulan Ude steht noch ein Spaziergang durch die historische Stadtmitte Ulan-Udes auf dem Programm. In Ulan-Ude werden wir in einem Hotel in der Stadtmitte untergebracht. Hotel [FM] 13. Tag Tagesausflug zum Kloster Ivolginskij und zu einem Dorf der AltgläubigenEin interessantes Kulturprogramm erwartet uns. Wir fahren etwa 40 km Richtung Süden zum Kloster Ivolginskij, das inmitten einer Steppenlandschaft liegt. Seine goldgelb glänzenden Dächer sind weithin sichtbar. Diese große und wichtige Tempelanlage gilt als buddhistisches Zentrum Russlands. Nach Besichtigung des Klosters legen wir weitere ca. 40 km bis zu einem Dorf der Altgläubigen zurück. Unterwegs stoppen wir jedoch und wandern auf einen Hügel, von dem sich ein herrlicher Ausblick auf den Fluss Selenga und die bizarr geformten Felsen des Selenga-Tals bietet. Die Altgläubigen bilden eine religiöse Minderheit. Ihre Vorfahren wollten die liturgischen Reformen der russisch-orthodoxen Kirche (des Patriarchen Nikon, 17. Jh.) nicht annehmen und wurden daraufhin von der Kirche verfolgt. Sie mussten ihre angestammten Wohngebiete im Westen Russlands verlassen und nach Osten ziehen. Die Altgläubigen gelten als fröhliche, gastfreundliche Menschen, als begabte Sänger mit einem reichen Liedgut. Sich selbst betrachten die Altgläubigen als Bewahrer ursprünglicher russisch-orthodoxer Tradition. Im Dorf werden wir mit einem festlich gedeckten Tisch empfangen und erleben ein wunderschönes Folkloreprogramm. Wir machen auch einen Spaziergang durch das Dorf der Altgläubigen, das sich von anderen sibirischen Dörfern stark unterscheidet. Spätabends kehren wir nach Ulan-Ude zurück. Die Nacht verbringen wir im Zug, in der Transsib (Schlafwagen), mit der wir nach Irkutsk reisen. Gehzeit: 1h; Übernachtung im Zug [FM] 14. Tag IrkutskAm frühen Morgen erreichen wir Irkutsk. Wir werden vom Bahnhof abgeholt und zu unserem Hotel gefahren. Der Vormittag steht zur freien Verfügung und kann z.B. für einen Einkaufsbummel durch die Stadt genutzt werden. Am Nachmittag besuchen wir das Dekabristenmuseum, eines der besten Museen in Irkutsk. Am Abend treffen wir uns in einem Restaurant, um den Abschluss unserer Reise gemeinsam zu feiern. Übernachtung im Hotel [FA] 15. Tag AbreiseFrühmorgens werden wir vom Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht für unseren Rückflug. Ankunft am Nachmittag in Frankfurt. [F] Charakter der Tour und Anforderungen:Wichtig für die Teilnahme an dieser Reise ist Ihre Bereitschaft, sich örtlichen Gegebenheiten anzupassen sowie Flexibilität. Sie sind zwar in warmen, festen Unterkünften untergebracht, die "sibirische Kälte" darf trotzdem nicht unterschätzt werden. Wichtige Hinweise:Diese Reise hat Pioniercharakter. Es kann zu Routenänderungen oder Programmumstellungen kommen - bedingt durch schlechtes Wetter, ungünstige Straßenverhältnisse, Flugverspätungen und -ausfälle, organisatorische Schwierigkeiten sowie sonstige, nicht vorhersehbare Faktoren. Die Distanzen und Gegebenheiten in der besuchten Region verlangen Flexibilität. Die Infrastruktur ist noch wenig entwickelt, Fahrzeuge, Hotelservice und die teilweise einfachen Unterkünfte entsprechen nicht immer europäischem Standard. Daher wird von allen Reiseteilnehmern/-innen die Bereitschaft erwartet, einfache Verhältnisse in Kauf zu nehmen und, wo nötig, auf Komfort zu verzichten (z.B. kann in den Privatunterkünften kein Einzelzimmer garantiert werden). Beachten Sie bitte, dass trotz sorgfältiger Planung und Abstimmung mit Behörden, Feiertage oder überraschende Restaurierungsarbeiten zu nicht vorhersehbaren Schließungen von Besichtigungsobjekten führen können. Selbstverständlich ist es das Ziel Ihrer Reiseleitung und unserer Partner, sämtliche Programmpunkte zu erreichen. Sollte es witterungsbedingt, aus organisatorischen oder sonstigen Gründen notwendige Abweichungen von der Ausschreibung geben, bitten wir um Ihr Verständnis. Im Reisepreis enthalten
Im Reisepreis nicht enthalten
| So erreichen Sie uns:
Reisetermine
Abflughäfen
Einreisebestimmungen
|



Frankfurt