Albanien - ShqipëriaReise Nr. 3254 Tirana, Korçë, Gjirokaster, Sarandë, Butrint, Vlorë, Berat, Durrës, Krujë, Shkodër Aufbruch im Adlerland mit Adriastrand”Albanien ist schön, unglücklich und trotz seiner Aktualität langweilig”, konnte Joseph Roth 1927 noch behaupten. Inzwischen ist das Land unverändert schön, vielleicht noch nicht glücklich, aber als Reiseziel so interessant, dass es 2011 auf Platz eins der Lonely- Planet-Liste weltweit zu besuchender Länder landete. Illyrer, Römer und OsmanenDie meisten Historiker sind sich einig, dass die Albaner von den Illyrern abstammen, auch wenn es sprachlich eine Nähe zu den rakern gab. Die Römer legten hier die Via Egnatia an, die als Verlängerung der Via Appia Rom mit Konstantinopel verband. Zahlreiche Spuren der römischen Kultur wie die Ausgrabungsstätte Butrint verweisen auf deren lange Präsenz im Land. Nach der Teilung des Römerreiches kam die Region unter wechselnde Einfl üsse (Goten, Bulgaren, Normannen, Venezianer, Serben) und langsam bildeten sich erste albanische, von einfl ussreichen Familien gegründete Fürstentümer heraus, die sich jedoch dem erstarkenden Druck des Osmanischen Reiches beugen mussten. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts befanden sich alle albanischen Gebiete unter dessen Kontrolle. Das hatte auch Gjergi Kastriota, einer der Söhne des Fürsten von Krujë, nicht verhindern können. Als christlicher Junge an den Sultanshof von Adrianopel entführt und dort islamisiert, änderte er seinen Vornamen in die türkische Variante Iskender, machte schnell Karriere, erhielt den Titel eines Fürsten (Bey), wurde zurück nach Albanien geschickt, desertierte nach ein paar Jahren um mit seinen Truppen die heimatliche Festung einzunehmen, wechselte zum Christentum zurück und ging unter dem Namen Skander-Beg (Iskender Bey) als legendärer Held in die albanische Geschichte ein. Das von ihm 1444 als ”Liga von Lezhë” gegründete Bündnis albanischer und montenegrinischer Fürsten verteidigte mit Unterstützung Venedigs Krujë mehr als 20 Jahre gegen die Osmanen – ohne Skanderbeg- Denkmal, -Straße oder -Platz kommt heutzutage kaum ein albanisches Städtchen aus. Wie auch in den Nachbarländern wird die osmanische Herrschaft gern als ”Türkenjoch” apostrophiert, doch auf albanischem Gebiet gab es wenig Islamisierungsdruck (allerdings litten Christen unter harten ökonomischen Sanktionen) und einen relativ liberalen Umgang mit den zahlreichen Ethnien und Sprachen. Insbesondere im Norden bestimmte sich die Gesellschaftsordnung eher durch großfamiliäre Bande entlang eines eigenen patriarchalen Gewohnheitsrechts, dem so genannten Kanun. Im Süden hingegen profitierten die von den Osmanen eingesetzten lokalen Machthaber (Pashaliks) vom Aufbau eigener Wirtschafts- und Handelsstrukturen, während die Mehrheit der Bevölkerung wie im Norden unter Armut litt. (Wieder-)Geburt, Königreich, Zweiter WeltkriegInfolge der Schwächung des Osmanischen Reiches kam es auch unter den Albanern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Autonomiebestrebungen. Die ”Liga von Prizren”, ein Zusammenschluss von Freiheitskämpfern zur Verhinderung drohender Gebietsabtretungen, scheiterte jedoch auf dem Berliner Kongress. Erst 1913 erkannte die Londoner Botschafterkonferenz die im Jahr zuvor in Vlorë ausgerufene Unabhängigkeit des Landes endgültig an und fixierte die bis heute gültigen Landesgrenzen – insbesondere ohne Kosovo und Teile Nordgriechenlands. Es folgen wirre Zeiten: Ein halbes Jahr ”regiert” ein deutscher protestantischer Provinzfürst das Land (sehr schön beschrieben in Ismail Kadares ”Das verflixte Jahr”), während des Ersten Weltkriegs ist Albanien ohne direkte Kriegsbeteiligung Durchmarschgebiet verschiedenster Armeen, infolgedessen bleibt die Staatlichkeit bis 1920 ausgesetzt. Der seit 1925 autoritär regierende Ministerpräsident ernennt sich 1928 zum König, 1939 marschieren italienische, 1943 deutsche Truppen ein. Bürgerliche und kommunistische Widerstandsgruppen konkurrieren bis zum Bürgerkrieg, aus dem letztere unter der Führung eines gewissen Enver Hoxha schließreich siegreich hervorgehen. Die kleine jüdische Minderheit und die hierher aus Europa gefl üchteten Juden konnten der Vernichtung durch die Nazis entgehen und so lebten nach dem Zweiten Weltkrieg mehr Juden in Albanien als davor. (Selbst-)Isolation und ÖffnungNach ihrer Machtübernahme entlarvten sich die Kommunisten nach erfolgreicher Landreform und Alphabetisierungskampagne schnell als Stalinisten, waren bis zum Bruch Titos mit Stalin 1948 eng mit Jugoslawien verbündet, wendeten sich danach der Sowjetunion zu und von dieser 1960/61 wieder ab, um sich in den Folgejahren eng an China und deren Wirtschaftshilfe anzuanzulehnen, bis auch diese Allianz 1978 endete und eine Phase absoluter Abschottung einleitete, deren Folgen heute noch spürbar sind: Das Land hat keinerlei Eisenbahnverbindungen zu seinen Nachbarn. Albanien war während dieser Zeit wohl die traurigste Baracke im sozialistischen Lager, die Partei kontrollierte Wirtschaft, Medien und Justiz (letztere löste sie 1965 genau so auf wie die Kirchen 1967), ihr Sicherheitsapparat war omnipräsent. Der Ministerpräsident und designierte Nachfolger Hoxhas starb 1981 auf ungeklärte Weise (wiederum eindrücklich beschrieben in Kadares ”Der Nachfolger”), bevor der Tyrann 1985 selbst das Zeitliche segnete. Nach der Wende erlebte das Land in den 1990er Jahren eine Berg- und Talfahrt, zu der auch eine Massenauswanderung gehörte, von der die Bevölkerung inzwischen jedoch aufgrund der von den Auslandsalbanern zurückfließenden Gelder bescheiden profitiert. Es wurde und wird viel gebaut, die Infrastruktur verbessert sich – wenn auch langsam – und in den letzten Jahren hat eine gewisse Normalität Einzug gehalten, die für den Besucher jedoch durchaus – überwiegend positive – Überraschungen bereithält. Vorgesehenes Reiseprogramm1. Tag2. TagFahrt mit dem Reisebus nach Korçë mit Zwischenstopps in Elbasan und in den unterschiedlichen Orten Lin und Pogradec am Ohrid-See 3. Tag4. Tag5. Tag6. Tag7. Tag8. Tag9. Tag10. TagIm Reisepreis enthalten
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