Bosnien-Herzegowina: Jajce, Trawnik, Sarajevo, Visegrad, Srebrenica, Blagaj, MostarReise Nr. 108 Themen der Reise: Reiseverlauf:1. Tag:Abfahrt ab München (ca. 23.00 Uhr) mit dem Nachtzug nach Zagreb (Ankunft ca. 8.30 Uhr). 2. Tag:Weiterfahrt mit dem Reisebus nach Sarajevo (Zwischenstopps in Jajce und Trawnik). Ankunft in Sarajevo (ca. 18.30 Uhr). 3. Tag:Geführter Spaziergang: Annäherung an die multikulturelle Geschichte und Gegenwart Sarajevos: Bosniaken, Kroaten, Serben, Juden. Osmanische, österreichische, jugoslawische Geschichte und ihre Widerspiegelung im Stadtbild (Moscheen, Kirchen, Synagogen, Märkte, Karawansereien, Nationalbibliothek, Rathaus, Post, Miljacka-Brücken). Kriegszerstörungen und Wiederaufbau. Besuch des Jüdischen Museums und Gespräch mit einem Mitglied der jüdischen Gemeinde. 4. Tag:Bustour mit Ausstiegen: 'Rund um Sarajevo': Flughafen, 'Tunnelmuseum' jüdischer Friedhof, Quelle der Bosna, moslemischer Friedhof Alifakovac. Zeit zur freien Verfügung. Gespräch mit einem Experten zu den Themen: Die Lage der Flüchtlinge und Rückkehrer; Kriegsverbrecher und das Tribunal in Den Haag. 5. Tag: Tagesexkursion in die Republika Srpska nach Višegrad und Foča mit Zwischenstopp in GoraždeDas Massaker von Srebrenica. Besuch der Gedenkstätte zur Erinnerung an die erschossenen Männer und Jungs. Gang durch den Ort. Erkundung des Städtchens mit der ”Brücke über die Drina”. Leben und Werk des Literatur-Nobelpreisträgers Ivo Andrić. 6. Tag:Gespräch mit einer Sarajevoer Journalistin: Die aktuelle Situation Bosnien-Herzegowinas und die Perspektiven. Zeit zur freien Verfügung. 7. Tag:Abfahrt in die Herzegowina (Unterwegs: Informationen über Bosnien-Herzegowina im 2. Weltkrieg, Realität und Mythos der Partisanen). Besichtigung des Derwischklosters an der Quelle der Buna in Blagaj. In Mostar: Treffen mit Vertretern der bosniakisch-kroatischen Versöhnungsinitiative 'Mladi Most' (Junge Brücke). 8. Tag:Spaziergang durch Mostar (Altstadt, Alte Brücke, Partisanendenkmal u.a.). Zeit zur freien Verfügung. 9. Tag:Bahnfahrt nach Zagreb. Weiterfahrt (ca. 21.00 Uhr) mit dem Nachtzug nach München. 10. Tag:Ankunft in München (ca. 6.30 Uhr). ”Herz mit drei Religionen”Im zerfallenden Jugoslawien besannen sich viele Angehörige der verschiedenen Volksgruppen, insbesondere Serben und Kroaten, plötzlich auf das Mittelalter. Denn irgendwann waren alle schon mal überall, so ließen sich Gebietsansprüche für die Neuaufteilung des postjugoslawischen Raums ”historisch begründen”. Folgt man dieser Logik, könnte man Bosnien-Herzegowina (im folgenden ”BiH”) auch Griechenland oder Italien zuschlagen. Denn vor dem Vordringen der Slawen (”Slawische Landnahme”, 7.-9.Jh.) siedelten hier verschiedene illyrische Stämme, gab es griechische Kolonien, bis die Römer das Gebiet um die Zeitenwende herum für Jahrhunderte ihrem Machtbereich einverleibten. Bis heute von Bedeutung ist das Kirchenschisma von 1054: BiH lag/liegt genau an der Grenzlinie zwischen Ost- und Westkirche. Ungefähr in die selbe Zeit fällt die erste urkundliche Erwähnung Bosniens (948) und die Politogenese einer Art bosnischen Staates, der sich im Verlauf des 12.-14. Jh. konsolidierte, es entstanden Festungen und Städte, ebenso die Grabmonolithkunst der Stećci. Wie die ”schönste Stadt des Orients”Die osmanische Besetzung des Landes wird im allgemeinen mit dem Jahr 1463 (Hinrichtung des letzten bosnischen Königs Stjepan Tomašević) verbunden, war jedoch tatsächlich ein 140-jähriger Prozess ab 1388.
Auf KuK folgen zwei JugoslawienDie vierzigjährige KuK-Zeit war einerseits geprägt von einigen Modernisierungsbestrebungen in Handel und Industrie, die neu errichteten Bauten im modernen europäischen Urbanismus bilden, auch heute noch, einen interessanten Kontrast zu früherer orientalischer Architektur, die Landwirtschaft und andere Bereiche stagnierten weiter. Das Attentat des serbischen Studenten Gavrilo Princip auf das österreichische Thronfolgerpaar am 28.6.1914 war nicht ”der Auslöser” des 1. Weltkriegs, diente jedoch den ”Falken” in Berlin und Wien als willkommener Vorwand.
Unabhängigkeit, Krieg, WiederaufbauIn einem Referendum Anfang 1992 entschieden sich 2/3 der Bürger von BiH für die Loslösung von Jugoslawien. Kurz darauf beginnt der Krieg mit der Belagerung Sarajevos, den ”ethnischen Säuberungen” und weiteren Kriegsverbrechen. Zu betonen ist, dass es sich nicht um einen ”Bürgerkrieg” handelte. Vielmehr ist eine eindeutige zunächst serbische, dann auch kroatische Aggression und Expansion zu konstatieren. Muslimische Gruppen radikalisierten sich erst als Reaktion auf dieses Vorgehen und begingen dann freilich auch Verbrechen. Nachdem der kroatisch-bosniakische ”Krieg im Kriege” durch internationalen Druck gestoppt worden war, wurde Hans Koschnik im Frühjahr 1994 als EU-Administrator in Mostar eingesetzt. Im Reisepreis enthalten
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