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West- und Ostpreussen - RundreiseRussland / Königsberg (Kaliningrad) / RundreisenReise Nr. 2997 Danzig – Marienburg – Frauenburg - Kadinen - Kaliningrad – Kurische Nehrung (Nidden) – Bernsteinküste – Tilsit - Insterburg - Kaunas - Masuren (Sensburg - Nikolaiken - Rastenburg) Das ehemalige deutsche Ostpreußen und Westpreußen sind eine weitgehend historische, kulturhistorische und auch topographische Einheit. Als Siedlungs- und Kolonialisierungsgebiet nach den Kreuzzügen den "beschäftigungslosen" Rittern des Deutschen Ordens überlassen, entstand hier ein Ordensstaat, der in ständigen Grenzstreitigkeiten mit seinen Nachbarn stand. Eine heute objektivere Geschichtsschreibung versucht diesen "multikulturellen" Zustand Ost- und Westpreußens wahrheitsgemäßer darzustellen, als dies noch bis vor kurzem - je nach Standpunkt "pro-deutsch" oder "pro-slawisch" - möglich war. Dieses Gebiet, heute aufgeteilt zwischen Polen und Russland, hat in vielem die Bedeutung eines Paradigmas. Insbesondere der russische Teil Ostpreußens mit der Hauptstadt Königsberg (Kaliningrad) symbolisiert sowohl die Problematik der vertriebenen deutschen Bewohner, denen selbst der Besuch ihrer alten Heimat über Jahrzehnte verwehrt blieb, als auch das Problem der Integration in die erweiterte EU, in der sich das Kaliningrader Gebiet nun als russische Insel wiederfindet. Doch wollen wir uns nicht nur mit dem komplexen, über Jahrhunderte entstandenen, politischen Problemkreis beschäftigen, sondern auch die einmalige landschaftliche Schönheit, insbesondere auf der Kurischen Nehrung, genießen und die herausragenden Baumonumente wie das Krantor und den Königsberger Dom besichtigen.
Reiseverlauf: 1. Tag: MI Anreise nach Danzig Vormittags Linienflug mit LOT von Frankfurt nach Danzig. Transfer zum Hotel und Gelegenheit für einen ersten individuellen Bummel durch die herrliche Altstadt. Treffen mit der Reiseleitung abends. 2. Tag: DO Marienburg – Frombork Fahrt nach Malbork (dt. Marienburg). Besichtigung der an der Nogat gelegenen Marienburg, einst Sitz der Hochmeister des Deutschen Ritterordens und bis ins 13 Jh. die mächtigste Festungsanlage Europas. Die Backsteinburg ist ein Meisterwerk spätgotischer Baukunst, die aufgrund ihres historischen Wertes zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Ausführliche Besichtigung der Burganlage, die sich im Laufe der Jahrhunderte von der Trutzburg der Deutschritter zum Stützpunkt polnischer Könige bis hin zur Kaserne unter preußischer Herrschaft entwickelt hat. Anschl. Weiterfahrt nach Frombork (dt. Frauenburg) mit Besuch des Doms. In der ersten Hälfte des 16. Jh. wirkte Kopernikus als Domherr auf der auf einem Hügel thronenden, mächtigen Kathedrale und revolutionierte mit seinen Thesen zur Astronomie das mittelalterliche Weltbild. Fahrt nach Kadyny (dt. Kadinen), das bereits im Jahr 1255 erstmals erwähnt wird. Etwa 1720 begann man mit dem Bau eines Gutshauses, das Kaiser Wilhelm 1899 zu seiner Sommerresidenz ausbauen ließ und seitdem als Schloss bezeichnet wurde. FA 3. Tag: FR Balga – Kaliningrad Fahrt über die Grenze nach Balga (russ. Weseloje), ca. 30 km südwestlich von Kaliningrad. Hier eine sehr alte Steinburg, die im 13. Jh. in die Hände des Deutschen Ordens fiel und aufgrund ihrer Lage unmittelbar am Frischen Haff eine wichtige Rolle zur Kontrolle des Schiffsverkehrs spielte. Heute ist sie eine Ruine. Im März 1945 war Balga der letzte deutsche Brückenkopf am östlichen Haff-Ufer und damit von größter Bedeutung für die Evakuierung der ostpreußischen Flüchtlinge über den Ostseehafen Pillau (russ. Baltijsk). Weiterfahrt nach Königsberg, dem heutigen Kaliningrad. Unser heutiges Hotel, ein ehemaliges deutsches Gutshaus, im Jahre 1880 erbaut. FA 4. Tag: SA Kaliningrad Besichtigung der beiderseits des Pregel gelegenen ehemaligen ostpreußischen Hauptstadt: Dom, Grabmal Immanuel Kants, Bernstein-Museum, Börse, Luisenkirche, alte Festungsanlagen, Stadttore. Rundblick von der Aussichtsplattform des Königsberger Schlosses, das seit einigen Jahren wieder aufgebaut wird. Rundgang im Museum mit einigen hier ausgegrabenen Exponaten. Nachmittags Fahrt nach Palmnicken, bekannt als der einzige Ort auf der Erde, wo Bernstein im Tagebau gewonnen wird. Wir besichtigen eine private Bernsteinmanufaktur, danach Rückfahrt nach Kaliningrad. FA 5. Tag: SO Kurische Nehrung Fahrt auf die Kurische Nehrung, einem Landstrich, der das Kurische Haff von der Ostsee trennt und nur 100 km lang, dabei oftmals nur wenige hundert Meter breit ist und vor allem durch großartige Landschaftsbilder begeistert. Sie besteht ausschließlich aus Sand und riesigen Wanderdünen. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. gelang es, die Dünen mittels Bepflanzung zu stabilisieren, nachdem sie immer wieder ganze Orte unter sich begruben. Von der höchsten Düne ein Panoramablick über die Ostsee, das Haff und die Nehrung. In der weltweit ältesten Vogelwarte, die 1901 von Johannes Thinemann in Rossitten gegründet wurde, können wir dem Beringen der Vögel zuschauen. Fahrt nach Rauschen, dem heutigen Swetlogorsk, der „Perle der Bernsteinküste“. Dieser Kurort zählt zu den schönsten des Samlands. Während eines Spaziergangs können wir die alten Häuser aus dem vergangenen Jahrhundert, Skulpturen des deutschen Bildhauers H. Brachert sowie die Sonnenuhr betrachten. FA 6. Tag: MO Tilsit – Insterburg Unsere Fahrt führt uns über die einstige Reichsstraße 126. In Mordowskoe (dt. Legitten) die Ruine der Kirche, in Polessk (dt. Labiau) sind noch Reste der Ordensburg und die Adlerbrücke zu sehen. Weiterfahrt in die zweitgrößte Stadt der Oblast Kaliningrad: Tilsit, das russische Sovetsk. Die Stadt ist Geburtsort bedeutender Persönlichkeiten, wie Max von Schenkendorff, der Dichter der napoleonischen Freiheitskriege, Wilhelm Voigt, der als „Hauptmann von Köpenick“ in die Geschichte einging und der Schauspieler Armin Müller-Stahl, jüngster bekannter Sohn Tilsits. Besichtigung: Hohe Straße, Königin Luise-Brücke, Gericht und Theater. Das heutige Sovetsk hinterlässt in weiten Teilen den Eindruck einer verschlafenen deutschen Provinzstadt, die bautechnisch jedoch stark einsturzgefährdet ist. In Neman (dt. Ragnit) die Ruine der Ordensburg des Deutschen Ordens aus dem 14. Jh. Erhalten blieben auch das schmale Uhrentürmchen und die Stadtkirche. Weiterfahrt nach Tschernjachowsk (dt. Insterburg), unterwegs zunächst ein Stopp in Majovka (Georgenburg). Wie einst ist der Ort noch heute ein Zentrum der Pferdezucht. Rundgang in Tschernjachowsk, dessen Stadtkern trotz schwerer Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten geblieben ist: die Katholische und russische orthodoxe Kirche, das alte Rathaus, der Wasserturm, der alte Bahnhof. Am Abend noch Fahrt über die litauische Grenze nach Kaunas, ***Hotel. FA 7. Tag: DI Kaunas - Masuren Morgens kurze Stadtbesichtigung in Kaunas mit der malerischen Altstadt und Burg, Kathedrale, Rathaus. Weiterfahrt und Grenzübertritt nach Polen (bei Suwalki). Längere Fahrt durch den landschaftlich begeisternden Norden von Masuren nach Mragowo (dt. Sensburg). FA 8. Tag: MI Malerisches Masuren Eine Stocherkahnfahrt (mit einem Stakboot) auf der Kruttinna, einem idyllischen Flüsschen, danach Besuch des Klosters der (russisch-orthodoxen) Philipponen in Wojnovo (dt. Eckertsdorf). Rundgang in Mikolaijen (dt. Nikolaiken), dem "masurischen Venedig". Später ein Besuch des Geburtshauses des masurischen Dichters Ernst Wiechert in Kleinort. FA 9. Tag: DO Land der 3.000 Seen In Ketrzyn (dt. Rastenburg) ein kurzer Rundgang, anschl. Besichtigung der Trümmer der „Wolfsschanze“, wo am 20.07.1944 Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein Attentat auf Adolf Hitler unternahm. In Swieta Lipka (Heiligelinde) die sehenswerte barocke(!) Wallfahrtskirche, deren Geschichte bis in das 17. Jh. zurück reicht. Der Legende nach stand hier einst eine große Linde mit einer Holzfigur, um die sich ein Kult, der bis heute andauert, entwickelte. Sehr sehenswert die silberne Figur der Muttergottes. In der Hofgalerie einzigartige Deckenfresken und Barockskulpturen. Erlebnis eines Orgelkonzerts. Anschl. Weiterfahrt nach Gdansk (dt. Danzig). FA 10. Tag: FR Danzig Danzig zählt seit dem 14. Jh. zu einer der bedeutendsten Hansestädte, die im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde. Vormittags Besichtigung der detailgetreu wieder aufgebauten Altstadt: Das Rechtstädtische Rathaus, Rundblick auf die Stadt vom Rathausturm, die Marienkirche, der Lange Markt, das Krantor, das Goldene Tor, der Artushof und die Frauengasse. Am Nachmittag Besuch der gotischen Kathedrale von Oliwa mit ihrer fast 8.000 Pfeifen zählenden Orgel. Erlebnis eines Konzertes. In Zoppot der Seesteig, das Grand Hotel und das Kasino. Die Lektüre der "Danziger Trilogie" von Günter Grass wird uns während unserer Besichtigungen so manche Blechtrommel-Szenerie wahrnehmen lassen FA 11. Tag: SA Rückflug Transfer zum Flughafen und Rückflug mit LOT nach Frankfurt. F Höhepunkte: Charakteristik / Komfort: Eine Busrundreise von Danzig über Marienburg und das verträumte Ermland nach Kaliningrad und über Masuren zurück nach Danzig. Ein Schwerpunkt ist Königsberg, von wo aus wir die Nordhälfte Ostpreußens aufsuchen, dazu eine Rundfahrt auf der Kurischen Nehrung. Unsere Hotels außergewöhnlich: u.a. übernachten wir in Kaliningrad in einem ehemaligen deutschen Gutshaus, in Rauschen in einem kleinen, familiären Hotel, das im vergangenen Jahrhundert zuerst als Wohnhaus und später als sowjetisches Krankenhaus diente (heute ist es neu restauriert mit gemütlicher Atmosphäre). Unsere Tour ergibt eine umfassende Zusammenschau, die uns eine Analyse und Beurteilung auch der neuen historischen Entwicklung in Ostpreußen erlaubt. Uns wird es oft vorkommen, als wäre die Zeit irgendwann einmal stehengeblieben oder es hätte sich nur wenig weiterentwickelt. Inklusivleistungen:
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