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Moskva–MoskauRussland / Moskau / StudienreisenReise Nr. 4 Themen der Reise:
Reiseverlauf: 1. Tag: Abfahrt ab Berlin (ca. 15.00 Uhr) 2. Tag: Ankunft in Moskau (ca. 20.30 Uhr) 3. Tag: Ausführlicher Spaziergang durch das Zentrum ( Kreml, Roter Platz, Bolschoj Theater, Lubjanka u.a.). Treffen mit einer Nichtregierungsorganisation zum Thema Menschenrechte und Minderheiten. 4. Tag: Stadtrundfahrt per Bus mit Ausstiegen (Lomonossow-Universität/Sperlingsberge, Neujungfrauenkloster mit Prominentenfriedhof, Zamoskvorech’e, Kitaj-Gorod mit Synagoge, stalinistische und moderne Architektur). Moskau von unten I: Spezialspaziergang zu Orten der Perestrojka und den Ereignissen im August 1991 bzw. Oktober 1993. Schiffsfahrt auf der Moskva. 5. Tag: Moskau künstlerisch-literarisch Besuch des einzigartigen Majakowski-Museums. Information über Leben und Werk des Dichters. Literarischer Spaziergang: 'Krieg und Frieden', 'Master und Margarita', 'Moskau-Petuschki'. Gespräch mit einem Schriftsteller über die Rolle der Literatur in Russland einst und jetzt. Moskau von unten II: Die schönsten U-Bahn-Stationen. 6. Tag: Exkursion zum Herz der russisch-orthodoxen Kirche: Das Dreifaltigkeitskloster in Sergiev Posad mit der Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rubljow. Informationsgespräch zum Thema Religion und Orthodoxe Kirche. Die Moskauer Peripherie. 7. Tag: Gespräch mit einem Journalisten zur aktuellen Situation Russlands. Zeit zur freien Verfügung (z.B. Besuch der Tretjakow-Galerie). 8. Tag: Abfahrt nach Berlin (ca. 8.00 Uhr). 9. Tag: Ankunft in Berlin (ca. 9.00 Uhr) Mehr als Roter Platz und Goldene Kuppeln Moskau wurde im Jahre 1147 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Fürst Jurij Dolgorukij am Ufer der Moskva eine hölzerne Festung errichten ließ. Neun Jahre später begann der Bau eines hölzernen Kreml, doch in den Jahren 1237/38 wurde die Stadt von den Tataren eingenommen und verbrannt. Nach der Einnahme Konstantinopels 1453 fühlte Moskau sich berufen, das ‚Dritte Rom’ zu sein - ein für die russisch-orthodoxe Kirche bis heute wichtiger Diskurs. Ende des 15. Jh. begannen russische und italienische Baumeister unter Iwan III. die Bauten am Kreml, aus einer unwichtigen Provinzstadt war die Hauptstadt eines zukünftigen Riesenreiches geworden. Unter Iwan IV., dem 'Schrecklichen', wuchs die Stadt in der ersten Hälfte des 16. Jh. auf über 100.000 Einwohner an. Das nordöstlich neben dem Kreml liegende Kaufmanns- und Händlerviertel Kitaj-Gorod wurde befestigt, zu dieser Zeit reichten die Häuser noch bis an die Kremlmauern heran. Später entstand hier ein Handelsplatz, der ab Mitte des 17. Jh. den Namen Krasnaja ploschtschad’, also Schöner Platz trug. Aufgrund der Doppelbedeutung des Wortes krasnyj (rot, schön) kennt man ihn heute als Roter Platz, der – trotz seiner 'Demokratisierung' durch Popkonzerte und Werbeveranstaltungen – immer noch ein Symbol sowjetischer Masseninszenierungen darstellt. Im Bauboom zur Millionenstadt Mitte des 17. Jh. lebten bereits über 200.000 Menschen in Moskau, aber nach der Gründung St. Petersburgs verlor die Stadt 1712 den Hauptstadtstatus und damit an Bedeutung. Der Adel zog weg, der Zar verbot den Bau von Häusern aus Stein, doch Moskau blieb zumindest ökonomische und geistliche Konkurrenz. Im so genannten Vaterländischen Krieg erreichten die napoleonischen Truppen im September 1812 die Stadt, in der bald darauf verschiedene Brände ausbrachen, welche den überwiegenden Teil der Holzbauten vernichteten und die Franzosen zum Rückzug zwangen. Nach dem Krieg brach ein Bauboom aus und im gesamten 19. Jh. prosperierte die Stadt, bis in der Folge der Aufhebung der Leibeigenschaft 1861 und im Zuge der einsetzenden Industrialisierung die sozialen Spannungen zunahmen. Um die Jahrhundertwende wurde Moskau Millionenstadt, im Februar 1917 zerbrach die Zarenherrschaft an den Folgen des Ersten Weltkriegs und der vernachlässigten Reformen - die Bolschewiki verlegten ein Jahr später die Hauptstadt zurück. In der Sowjetunion konzentrierte sich die politische und ökonomische Macht in Moskau. Von hier wurden die forcierte Industrialisierung und die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft koordiniert, hier spielten sich die 'Säuberungen' und Schauprozesse der Dreißigerjahre ab, hier fand der Überfall Nazi-Deutschlands sein erstes abruptes Ende. Im Rahmen des Generalplans zur Stadterneuerung nach sozialistischen Prinzipien begannen die Bauten der Radialstraßen und der Ausbau der U-Bahn, Kirchen wurden geschleift, der vorgesehene gigantische 'Palast der Sowjets' jedoch wurde nicht realisiert. Erst nach dem 2. Weltkrieg, der in Russland Großer Vaterländischer Krieg heißt, entstanden die charakteristischen Zuckerbäcker-Hochhäuser, die der Stadt eine neue Skyline gaben. Perestrojka – Putsch – Putin Nach Chruschtschows Geheimrede auf dem XX. Parteitag 1956 begann die Phase des ‚Tauwetters’, eine kurze Zeit verminderter Repression und gewisser Freiheiten in Literatur und Alltagsleben, die jedoch bald in die Breschnewsche Stagnationsperiode überging. Als Michail Gorbatschow 1985 Generalsekretär der Kommunistischen Partei wurde und den Westen mit Glasnost und Perestrojka begeisterte, war das Land bereits ökonomisch abgewirtschaftet. Der Putsch gegen ihn im August 1991 führte zur Auflösung der Sowjetunion und zum Aufstieg Boris Jelzins, der mittels einer Schocktherapie den Übergang vom Plan zum Markt versuchte. Im Oktober 1993 wiederum putschte das national-kommunistische Parlament gegen Jelzin, der diesen Aufstand niederschlug. Seit den ersten freien Wahlen und der Annahme der auf einen starken Präsidenten orientierten Verfassung zwei Monate später gilt Russland als eine formelle Demokratie. Menschenrechtsverletzungen, Einschränkungen der Medienvielfalt, politische Morde und nicht zuletzt der nicht enden wollende Krieg in Tschetschenien gehören jedoch auch zur russischen und zur Moskauer Realität, mit der wir uns auf dieser Reise beschäftigen. Das 'System Putin' hat seit 2000 zweifellos zu einer gewissen Stabilität beigetragen, von der - vor allem in der Hauptstadt - viele profitieren. Zwar weiß niemand, ob hier nun zehn oder zwölf Millionen Menschen leben und wie viele von ihnen ohne Probleme über die Runden kommen, doch übt Moskau mit seiner Dynamik, seinem Wechselspiel aus Alt und Neu, Platten- und Prachtbauten, Märkten und Museen sowie Boulevards und Gassen eine ganz besondere Faszination aus. Inklusivleistungen:
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