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Moskau und St. Petersburg - im Spiegel der russischen GeschichteRussland / Moskwa / StudienreisenReise Nr. 3188 Die Stadt als polyvalentes Szenarium, als eine Bühne, auf der sich Geschichte, Literatur und Kunst entfalten können. Lesen Sie mehr darüber in meinen Büchern zur Moskau und St. Petersburg und begleiten Sie mich vor Ort. Ihre Ingrid Schalthöfer
Reiseverlauf: 1. Tag: Moskau - das Erbe Stalins Wir fliegen nach Moskau und schließen erste Bekanntschaft mit der stalinistischen Architektur. Unser Hotel ist eines der sieben Moskauer »Zuckerbäckerbauten«, die auf persönlichen Erlass Stalins errichtet wurden. (A) 2. Tag: Moskau - Kulisse von Zarenmacht und Gesellschaftsutopie Auf dem Roten Platz stehend wird uns klar, warum das architektonisch eigenwillige Ensemble des Moskauer Kremls über Jahrhunderte hinweg die Besucher der Stadt magisch anzieht. Und wir können nun Rainer Maria Rilkes Äußerung nachvollziehen, hier würde das Herz des Landes schlagen. Vorbei an Palästen des Adels fahren wir zur Erlöser-Kathedrale. Mächtig und mit wechselvoller Geschichte: unter Zar Alexander I. im 19. Jahrhundert erbaut, unter Stalin 1931 gesprengt und 50 Jahre später unter Jelzin neu errichtet. Dann betreten wir die Welt des Neu-Jungfrauen-Klosters, in dem einst die Zarenwidersacher gefangen gesetzt wurden. In unmittelbarer Nähe stoßen wir auf die funktionalistische sowjetische Architektur. Sollte doch nach dem Generalbebauungsplan Moskau zur fortschrittlichsten (Haupt-)Stadt der Welt werden. Berühmtestes Beispiel dieser Utopie ist die Moskauer Metro, in der phantasievoll Stuck, Mosaik, Marmor und Sowjetsymbole kombiniert wurden. (F, M) 3. Tag: Moskau - Bühne für Kunstmäzene und Literaten Im 19. Jahrhundert erlebte Russland sein Goldenes Zeitalter, es erblühten die schönen Künste und die russische Literatur. Unbekannte Maler wurden durch wohlhabende Kaufleute und Industrielle gefördert. So ist mit dem vor den Toren Moskaus gelegenen Landsitz »Abramzewo« der Name des Kunstmäzens Sawa Mamontow eng verbunden. Der russische »Eisenbahnkönig« lud hierher die besten Maler seines Landes zum Arbeiten ein. So finden sich die dunklen Wälder und lichten Haine, die grünen Wiesen und gelben Roggenfelder in Werken von Repin, Wrubel und anderen wieder. In das Zentrum der Stadt zurückgekehrt, sind wir im Arbat-Viertel unterwegs. Wohnten doch hier viele uns bekannte Künstler und Literaten. Ein anderer russischer Mäzen war Pawel Tretjakow, dessen umfangreiche Bildersammlung zum Grundstock der gleichnamigen Galerie wurde. Heute ist die »Tretjakowka« eines der bedeutendsten Museen russischer Kunst, in dem wir die Entwicklung von der Ikonenmalerei bis zur Moderne verfolgen können. 140 km (F, M) 4. Tag: Moskauer Kreml - Doppeladler und roter Stern Begeben wir uns in das Allerheiligste, in den Kreml. Hier wurden alle russischen Zaren gekrönt und bis zur Gründung der neuen Hauptstadt St. Petersburg auch alle Herrscher beigesetzt. Als »Russlands Altar« verehrte der russische Dichter Lermontow diesen Ort. Nicht einmal die neuen Mächte zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten sich der besonderen Aura des Ortes entziehen: Die doppelköpfigen Adler wurden einfach gegen rote Sterne ausgetauscht. Den Kathedralen und Palästen konnten oder wollten sie nichts anhaben und so vermitteln uns diese Bauwerke noch heute das einstige Selbstverständnis der Zaren, die sich in der Nachfolge des untergegangenen byzantinischen Reiches sahen. Die Schätze der Rüstkammer unterstreichen diesen Anspruch. Nach so viel Prunk ist die Zugfahrt nach St. Petersburg durch die grünen Weiten Russlands erholsam. Am späten Abend kommen wir in unserem Hotel an. (F, M) 5. Tag: St. Petersburg - Phantasmagorie und Revolutionskulisse Mitten im Sumpf, jedoch am Meer! Dies mag Zar Peter der Große gedacht haben, als er 1703 im menschenleeren Delta der Newa den Grundstein für die neue Hauptstadt legte. Schon nach einem Jahrhundert konnte es dieses planmäßig angelegte »Peterburg« mit viel älteren europäischen Städten aufnehmen, so dass der Weltenbummler Johann Gottfried Seume bewundernd anmerkte, dass es ihm hier mehr gefiel als in Wien oder Berlin. Dass dem so war, ist vor allem zwei Zarinnen auf dem russischen Thron zu verdanken: Elisabeth und Katharina II. Sie ließen farbenfrohe Bauwerke errichten, die im sanften Morgenlicht Märchenkulissen ähneln. Doch inmitten der imperialen Pracht rumorte es, die Revolution kündigte sich an. Wir nehmen uns den ganzen Tag Zeit, um mit Muße in die Geschichte des Venedig des Nordens einzutauchen. Bauwerke wie die Peter-und-Paul-Festung, die Isaaks-Kathedrale, die Blutskirche und das Jussupow-Palais füllen sich so mit Leben! (F, A) 6. Tag: St. Petersburg - Bühne für Literatur und Kunst Ein ungewöhnlicher Start in den Tag. Aber auf den Friedhöfen des Alexander-Newski-Klosters sind sie alle im Tode versammelt: Lomonossow, Krylow, Tschaikowski, Mussorgski und Dostojewski, um nur einige zu nennen. Dann erkunden wir mit Dostojewskis Romanhelden Raskolnikow entlang der Kanäle und vorbei an Grünanlagen das St. Petersburg der kleinen Leute. Gogols Protagonisten begleiten uns auf der Flaniermeile, dem Newskij Prospekt. Wir erfahren, das der »Newskij« ein wesentlicher Teil der sich an Versailles orientierenden, strahlenförmigen Stadtgestaltung ist. Und auch hier entstand am Ausgangspunkt von drei Achsen eine symbolträchtige Mitte - der Winterpalast. Heute ist er ein Teil der Eremitage. In den mit Gold und Halbedelsteinen verzierten Sälen wird das einstige Hofleben lebendig. Ging nicht gerade eben das vertrauliche Zusammensein von Katharina und Potemkin zu Ende... In den anderen Räumen erfreuen wir uns dank der Sammelleidenschaft der Zaren an Werken großer Meister wie Rembrandt, Rubens, Leonardo da Vinci, Tizian... (F, M) 7. Tag: Die Sommerresidenzen - Schauplätze höfischen Lebens Wir fahren hinaus vor die Tore der Stadt: Im Park von Peterhof erlebten honore Gäste so manche Überraschungen: Spritzte es doch plötzlich aus Springbrunnen auf die Perücken und Kleider der Damen und der Zar schüttelte sich vor Lachen. Reichlich Wasser floss auch im Badehaus im Schlösschen Monplaisir. Hier erfahren wir, wie es mit der Körperpflege der Zaren bestellt war. Ganz anders im Katharinenpalast von Zarskoe Selo. Die Tafeln mit den wertvollen Porzellangarnituren sind gedeckt, so als würde sich Zarin Elisabeth nach einem Maskenball im Kreise ihrer Kavaliere stärken wollen. Das von ihr gestaltete Bernsteinzimmer ging im Krieg verloren, doch seit 2003 ist der originalgetreu rekonstruierte Saal wieder zugänglich. Und nebenan, im Alexanderpalast, können wir uns in den Wohnräumen des letzten russischen Zaren Nikolaus II. aufhalten. Unser letztes gemeinsames Abendessen ist nicht höfisch, sondern traditionell russisch im Restaurant »Podworje«. 100 km (F, A) 8. Tag: Das neue Russland Nach so viel Zarenglanz kommen wir zurück zu den Realitäten. Bevor wir am Nachmittag die Heimreise antreten, besuchen wir das neue Museum ERARTA. Die hier präsentierte moderne Kunst der letzten fünfzig Jahre spiegelt das Leben im heutigen Russland wieder: unzensiert und voller Widersprüche. (F) Ihre Hotels
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