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Kreuz und quer durch das polnisch-ukrainische Galizien und die nördliche BukowinaPolen / LiteraturreisenReise Nr. 98 11tägige (10 Nächte) Rundreise von Krakau über Lemberg und Czernowitz auf literarischen Spuren und mit zahlreichen Begegnungen (u.a. mit dem jiddischen Schriftsteller Josef Burg oder dem Literaturexperten Petro Rychlo). Galizien - viele kennen den Namen und wissen doch nicht, wo sie diese Landschaft einordnen sollen. In Spanien vielleicht? Ja, dort gibt es ein Galizien, Die spanischen Juden brachten nach ihrer Vertreibung 1492 den Namen mit in ihre neue Heimat im Königreich Polen, das im 18. Jh. unter Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt wurde. Dabei fiel Galizien vollständig an Österreich und wurde bis 1918 stark vom k&k-Reich geprägt. Doch auch auf das erste polnische Fürstentum Halitsch kann der Landschaftsname zurückgeführt werden ... und schon wird klar, dass wir uns in einem kulturellen Mischgebiet befinden. Polen und Ukrainer erhoben uralte Ansprüche, aber auch die Deutschen und Juden prägten über Jahrhunderte das Leben in Städten, wie Krakau (Kraków), Lemberg (L`viv), Brody und Czernowitz (Černivci). Heute ist die einst homogene Region Galizien geteilt - der Westen gehört zu Polen, der Osten zur Ukraine. Viel Gemeinsames und Gegensätzliches ist zu sehen. Eine LiteraTour mit zahlreichen Begegnungen.
Reiseverlauf: 1. - 3. Tag: Ausgangspunkt unserer Reise ist Krakau (Kraków), das schon im 14. Jh. die polnische Hauptstadt war. Unübersehbar thront über der Stadt der Wawel mit seinen Kunstschätzen und den Grabmalen einstiger Herrscher. Der Marktplatz wird von den Tuchhallen und der Marienkirche beherrscht, in der der größte Altar des Nürnberger Bildhauers Veit Stoß steht. Aber auch die vielen anderen Kirchen bieten Überraschendes. Bekanntester Student an der zweitältesten Universität des christlichen Europas war sicherlich Nikolaus Kopernikus. In den Museen und Galerien hängt viel Bekanntes, wie die 'Dame mit Hermelin' von Leonardo da Vinci. Auf 2 Spaziergängen lernen Sie sowohl die Bürgerstadt als auch den (einst) jüdischen Stadtteil Kazimierz kennen. Obwohl das heutige 'jüdische Leben' mehr touristischen Gesichtspunkten folgt, sind die vielen Synagogen ein guter Einstieg, die jüdische Tradition Galiziens kennenzulernen. Und vielleicht treffen wir noch einen Überlebenden von Oscar Schindler´s Liste oder den Musiker Kosłowski, der den Film vertont hat. Und abends bei Klezmermusik und koscheren Essen kommt die Atmosphäre der 30er Jahre wieder auf. Der Steven-Spielberg-Film hat Krakau viele Besucher zurückgebracht. Doch die einstigen Bewohner fehlen größtenteils. Sie wurden zumeist im nahen KZ Auschwitz (Oświciem) bzw. Birkenau, das wir ebenfalls besuchen, ermordet. Nur wenige, wie z.B. die amerikanische Kosmetikgigantin Helena Rubinstein, entgingen dem Holocaust. 130 km. 3 Übernachtungen im Klezmerhaus, einer alten Mikwe. 4. Tag: Erstes Ziel des heutigen Tages sind die weiten Katakomben der Salinen von Wieliczka, dann geht es über das beschauliche Städtchen Tarnów nach Łańcut (Landshut, der Name stammt von bayerischen Siedlern, die einst hierher kamen) mit seinem beeindruckenden Potockischloss und der alten Synagoge weiter, bevor wir am Abend die Renaissancestadt Zamość mit ihren malerischen Arkaden erreichen, die Heimat von Rosa Luxemburg. 320 km, Übernachtung in Zamość. 5. Tag: Am Morgen sehen wir die beeindruckende Gedenkstätte des Vernichtungslagers Bełżec, wo über 600.000 Menschen ermordet wurden. 130 km, 2 Übernachtungen in L`viv. 5. - 6. Tag: Der Grenzübergang zur Ukraine führt uns in eine komplett andere Welt. Nicht nur der Straßenzustand ist anders, auch die Schrift, die Menschen, die brachliegenden Ackerflächen, die angeleinten Kühe am Straßenrand, es ist, als ob die Zeit vor über 60 Jahren einfach stehengeblieben wäre. Erst L`viv (Lemberg) erscheint uns wieder vertrauter. Eine k&k-Stadt mit halbasiatischem Trubel! Wir finden uns zurückversetzt in Erzählungen von K. E. Franzos, Joseph Roth oder auch in die Reisebeschreibungen Alfred Döblins 1924. Zahlreiche historische Bauten erwarten uns, die vielen Kirchen verschiedener Glaubenskonfessionen erzählen uns vom wechselvollen Mit-, Neben- und Gegeneinander der ethnischen Gruppen. Alles in allem ist Lemberg aber eine Stadt Habsburger Prägung, sei es das Opernhaus oder der großartige Bahnhof - man spürt noch immer den Geist der Monarchiezeit. Auf die man sich heute auch wieder gerne beruft, wenn auch das Volk dieser Stadt inzwischen ein ganz anderes ist. Der Bummel durch die Stadt lässt uns versteckte Winkel entdecken, wie das einstige Ghetto, das große, früher jüdische Krankenhaus oder den polnischen Markt, der auf dem einstigen jüdischen Friedhof errichtet wurde. Zu einem echten Erlebnis wird die Fahrt mit der Vorortbahn oder in der rumpelnden Straßenbahn. Die Menschen sind freundlich und so manches Mütterchen versucht in´s Gespräch zu kommen, obwohl sie kaum ein Wort Deutsch versteht. Und abends geht es in´s armenische Restaurant und in´s Caféhaus Veronika mit der wohl dicksten heißen Schokolade der Welt. Und dem besten Apfelstrudel nebenher ... 7. Tag: Von L`viv geht es ostwärts über Oles`ko mit seinem verwunschenen Schloss, in dem angeblich der spätere polnische König Jan Sobieski geboren wurde, nach Brody. Das verschlafene Städtchen war einst der letzte Vorposten Wiens. Hier ging der Schriftsteller und Reisejournalist Joseph Roth zur Schule und schon damals weckte der Bahnhof die Sehnsucht nach der weiten Welt in ihm. Die Stadt war auch Schmelztiegel der galizischen mit den russischen Juden, die damals zuhauf über die nahe Grenze kamen. Beeindruckend ist immer noch der riesige jüdische Friedhof. Über den orthodoxen Wallfahrtsort Počajiv gelangen wir nach Ternopil` (Tarnopol). Dieser Winkel Galiziens ging immer mal zwischen dem Habsburger Reich und Russland hin und her, vielleicht hat gerade das der Stadt und ihrer Bevölkerung die Offenheit und Mischung an Bau- und Lebensstilen eingebracht. Soma Morgenstern widmete seine teils erschütternden Werke (u.a. 'Die Blutsäule') der Stadt. 230 km, Übernachtung in Ternopil`. 8. - 9. Tag: Weiter geht es in die Bukowina, was soviel wie Buchenland bedeutet. Dieses Zipfelchen kam 1775 zu Österreich und hatte immer einen gewissen Sonderstatus. So entwickelte sich die Hauptstadt Černivci (Czernowitz) zu dem Zentrum des Ostjudentums. Hier wurden die Dispute des Chassidismus ausgetragen, das geistig-kulturelle Leben war fest in jüdischer Hand. Zahlreiche Schriftsteller stammten von hier, das Verlagswesen war führend im Habsburger Reich. Die wechselvolle Geschichte der Stadt ist eng mit den verschiedenen Nationalitäten verbunden, die hier zuhause sind. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Ort rumänisch, nach einer kurzen deutschen Phase im 2. Weltkrieg gehört die Stadt zur Ukraine. Besonders die Juden haben unter diesem ständigen Machtwechsel gelitten, denn beliebt waren sie bei keiner Seite. Heute gibt es wieder eine (wenn auch sehr arme) ostjüdische Gemeinde. Auf dem großen jüdischen Friedhof können wir Steine auf die Zwilling- und Zuckermanngräber legen. Einige werden die beiden Czernowitzer vielleicht aus Volker Koepps Dokumentarfilm kennen. Wir rezitieren vor den Geburtshäusern von Rose Ausländer und Paul Celan. Mit ein wenig Glück können wir auch in das Ohel von Israel Friedmann, treffen Mitglieder der jüdischen Gemeinde mit ihrem Rabbi und hören dem fast 100jährigen, letzten jiddischen Schriftsteller Josef Burg bei seinen Reflexionen aus seinem Leben zu oder unterhalten uns mit dem Literatprofessor Petro Rychlo. 170 km, 2 Übernachtungen in Černivci. 10. Tag: Unsere weitere Reise führt nach Kolomea mit einer huzulischen Holzkirche und Ivano-Frankivsk, wo sich die Zöcklerschen Anstalten, das 'Bethel des Ostens' befanden. Auch hier gibt es eine kleine israelitische Gemeinschaft, die uns gerne in ihrer Synagoge empfängt. Die Stadt macht einen sehr westlichen Eindruck, was nicht zuletzt dem oligarchischen Bürgermeister und Direktor der Hochschule für Erdöl zu verdanken ist. Auf dem weiteren Weg liegt Drohobyč, die Heimat des tragischen Dichters und Malers Bruno Schulz. Am Abend erreichen wir wieder Polen, wo wir in Sanok den Tag bei einem stilvollen Abschiedsessen ausklingen lassen. 420 km, Übernachtung in Sanok. 11. Tag: Die letzte Etappe der Rundreise bringt uns am Morgen zurück nach Kraków (Krakau), von wo Sie wieder heimfliegen oder -fahren bzw. auf Wunsch noch ein paar Tage anhängen können. 265 km.br> Gerne gehen wir auch auf Ihre besonderen Wünsche ein und modifizieren auf Absprache mit den Reiseteilnehmern das Programm. Auch Änderungen aus organisatorischen Gründen bei adäquatem Ersatz bleiben vorbehalten. Unterbringung: Sie wohnen stets in ausgewählten landestypischen Mittelklassehotels. Inklusivleistungen:
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