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Gdansk–DanzigDanzig / StudienreiseReise Nr. 11 Unsere Reise in die nach 1945 von Polen mustergültig wieder aufgebaute Hafenstadt, die 1997 ihren 1000. Geburtstag feierte, hat folgende thematische Schwerpunkte:
Reiseverlauf: 1. Tag: Abfahrt ab Berlin (ca. 21.00 Uhr) 2. Tag: Ankunft in Danzig (ca. 8.30 Uhr) Annäherung an die Geschichte der tausendjährigen Stadt: Führung durch die Altstadt zu den Themen: Danzig als Hansestadt, die Rolle der Deutschen, Polen und anderer Nationalitäten beim Aufbau der Stadt, Danzig als ”Freie Stadt” (Rathaus, Fischmarkt, alter Hafen, Langer Markt, Neptunbrunnen, Artushof, Frauengasse, Marienkirche), Zeit zur freien Verfügung 3. Tag: 'Danzig im 2. Weltkrieg' Fahrt mit dem Schiff durch die Danziger Werft zur Westerplatte, dem Ort, wo der 2. Weltkrieg begann, Besichtigung der dortigen Gedenkstätte 'Wachhaus', Spaziergang zum Denkmal 'Den Verteidigern Danzigs', Fahrt zum Gebäude der Polnischen Post. 'Das Danzig Günter Grass’': Geführter Spaziergang durch den Stadtteil Langfuhr/Wrzeszcz (Geburtshaus Grass’, Handlungsorte seiner 'Danziger Trilogie'). 4. Tag: Busfahrt zur Gedenkstätte des ehem. Konzentrationslagers Stutthof, Führung. Weiterfahrt auf die Frische Nehrung nach Krynica Morska. Rückfahrt nach Danzig mit Stationen in Frauenburg und Elbing. 5. Tag: Exkursion durch die Dreistadt Oliwa, Besichtigung der Kathedrale und der berühmten Rokoko-Orgel. Zoppot: Jüdischen Friedhof und Mole. Gdingen: Führung durch die Stadt mit Informationen zur Geschichte, zum Untergang der 'Wilhelm Gustloff' und zum Verhältnis zu Danzig. 6. Tag: Danzig als Wiege der Solidarność / Polen heute Besichtigung der Brigittenkirche und des den Opfern der Arbeiterproteste von 1970 gewidmeten Denkmals vor dem Haupttor der Danziger Werft. Gespräch mit einem Gewerkschafter in der Solidarność-Zentrale. Zeit zur freien Verfügung. Rückfahrt (ca. 21.45 Uhr) nach Berlin mit dem Nachtzug. 7. Tag: Ankunft in Berlin (ca. 8.00 Uhr). 1000 Jahre deutsch-polnischer Geschichte Danzig wurde im Jahre 997 im Zusammenhang mit dem Besuch des Heiligen Adalbert und der Christianisierung der Pruzzen als ”Urbs Gyddanycz” zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Stadtrechte erwarb die Siedlung an der Mottlau/Motława im 13. Jahrhundert, kurz darauf (1282) vermachte Mściwój sein Herzogtum dem damaligen Herrscher Polens, Przemysł. Von 1308 bis 1454 wurde Danzig vom Deutschen Ritterorden beherrscht, 1361 trat es der Hanse bei. Aus jener Zeit stammen zahlreiche Gotikbauten, die heute noch das Bild des alten Stadtkerns prägen. Nach der Vertreibung des Ordens unterstellte sich Danzig der polnischen Krone, mit der es enge wirtschaftliche Verbindungen unterhielt, hatte jedoch gleichzeitig den Status eines unabhängigen Stadtstaates mit eigener Rechtsprechung und Gesetzgebung. Reichste Stadt Polens Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurde Danzig zum Handelsimperium, zur größten und reichsten Stadt Polens und zum größten Ostseehafen. Von der wirtschaftlichen Blüte zeugen viele Patrizierhäuser und andere prachtvolle Bauwerke. Auch das geistige und kulturelle Leben blühte in jener Zeit auf: mit dem Astronomen Jan Hevelius, dem Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit, dem Grafiker Daniel Chodowiecki und dem Philosophen Arthur Schopenhauer seien in diesem Zusammenhang nur einige Namen bedeutender Danziger angeführt. Nach der 2. Teilung Polens (1793) wurde Danzig zur preußischen Provinzstadt, 1814 zur Hauptstadt der Provinz Westpreußen und 1871 Teil des Deutschen Reiches. Ins 19. Jahrhundert fällt auch die Entstehung des mondänen Seebades Sopot/Zoppot bei Danzig, wo sich die Schönen und Reichen trafen. Nach den Versailler Beschlüssen erhielt Danzig den Status der Freien Stadt, dem Völkerbund unterstellt, mit Polen durch eine Zollunion verbunden. Zerstörung, Wiederaufbau, Solidarność Als Vorwand für den Überfall auf Polen diente Hitler im September 1939 u.a. die deutsche Bevölkerungsmehrheit (ca. 95%) der Hafenstadt. Die Polen leisteten auf der Westerplatte und im Gebäude der Polnischen Post (von Günter Grass in der ”Blechtrommel” beschrieben) erbitterten Widerstand. Schon während der ersten Besatzungstage wurden viele Polen ins Konzentrationslager Stutthof deportiert. Nach dem Ende der NS-Herrschaft war Danzig zu 90% zerstört. Polnische Vertriebene aus der Wilnaer Gegend bauten nach der Vertreibung der Deutschen die entvölkerte Stadt mustergültig wieder auf. Die Arbeiterproteste 1970 (in Andrzej Wajdas Film vom ”Mann aus Eisen” künstlerisch verarbeitet) und die Solidarność-Bewegung 1980/81 rückten Danzig dann wieder ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit. Die erste unabhängige Gewerkschaft im ”Realsozialismus” war der Anfang vom Ende des Systems der Blockkonfrontation. Heute ist die ”Dreistadt” Danzig-Zoppot-Gdingen eine der Vorreiterinnen des Transformationsprozesses im demokratischen Polen seit 1989. Als Symbol für dessen Schattenseiten steht der Niedergang der ehemaligen ”Lenin-Werft”, von der der entscheidende Anstoß zu den Veränderungen ausgegangen war. Inklusivleistungen:
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