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Georgien - Sakartwelo

  • Georgien
  • Studienreisen

Reise Nr. 2224

Auf unserer Reise in das landschaftlich höchst abwechslungsreiche, historisch und politisch außerordentlich interessante kleine Land im Kaukasus befassen wir uns mit folgenden Themen:

  • Prometheus, Medea, Argonauten: griechische Mythologie in Georgien
  • Frühes Christentum und religiöse Toleranz
  • Klöster, Kirchen, Festungen: Zeugnisse mittelalterlicher Blüte
  • Mongolen, Perser, Russen: Begehrtes Georgien
  • Die Rolle des georgisch-sowjetischen Diktators Stalin
  • Konflikte im Kaukasus seit dem Zerfall der Sowjetunion
  • Die aktuelle Situation nach dem Sieg der Opposition
  • Wein und Gesang, Gastfreundschaft und gutes Essen
  • Literatur aus und über Georgien: Rustaweli, Puschkin, Lermontow, Dumas u.v.a.
  • Exkursionen in verschiedene Regionen vom Hochgebirge bis zum Schwarzen Meer und Gespräche mit Einheimischen vermitteln Einblicke in (fast) das ganze Land

    Georgien - SakartweloGeorgien - Sakartwelo

    Reiseverlauf:

    1. Tag:

  • Flug mit Pegasus Airlines um 14.15 Uhr von Berlin-Schönefeld via Istanbul (ca. 5 Stunden Aufenthalt) nach Tbilisi
    2. Tag:

  • Ankunft in Tbilisi um 2.50 Uhr Ortszeit = MEZ + 3
  • Transfer zum Hotel, sofortiger Zimmerbezug, Ausruhen, Frühstück, Programmbesprechung
  • Führung durch die Tbiliser Altstadt: u.a. Rustaweliprospekt, orthodoxe Kirchen, Moschee, Synagoge, armenische Kirche, Schwefelbäder, Karwasla-Karawanserei

    3. Tag: Tagesexkursion: Die georgische Heerstraße. Stationen:

  • Ananuri: Kirchen-Festung aus dem 17. Jh.
  • Kreuzpass (2395 m)
  • Kasbegi/Stepantsminda: Bergdorf, wenige Kilometer vor der russischen Grenze, mit Blick auf den Kasbek (5033m), an den Prometheus gefesselt war. Abstecher zur Gergeti Dreifaltigkeitskirche

    4. Tag:

  • Exkursion zum Höhlenkloster Dawit Garedscha (östlichster Vorposten des historischen Christentums) in der Halbwüste im Grenzgebiet zu Aserbaidschan. Informationen über die georgischen Proteste gegen den sowjetischen Truppenübungsplatz in den 1980ern
  • Unterwegs: Zwischenstopp in der sowjetischen Musterstadt Rustawi
  • Zeit zur freien Verfügung

    5. Tag: Tagesexkursion ins Weinbaugebiet Kachetien mit den Stationen:

  • Mittelalterliche Stadt Sighnaghi, Alawerdi (Georgskirche, höchster georgischer Kirchenbau aus dem 11. Jh.), Gremi (Überreste der Festung aus dem 15 Jh.)
  • Kachetinischer Wein und Essen bei einer Weinbauernfamilie bei Telawi
  • Fahrt mit dem Nachtzug von Tbilisi nach Batumi am Schwarzen Meer

    6. Tag:

  • Geführter Spaziergang durch Batumi (Altstadt, Kirchen, Moschee, Synagoge, Medeadenkmal, Meerespromenade)
  • Gespräch mit der Chefredakteurin der unabhängigen Zeitung “Batumelebi”
  • Zeit zur freien Verfügung

    7. Tag:

  • Weiterfahrt nach Kutaisi (zweitgrößte Stadt Georgiens)
  • Stadtbesichtigung
  • Exkursion zum Gelati Kloster (Unesco Weltkulturerbe)

    8. Tag:

  • Weiterfahrt nach Tbilisi mit Zwischenstopps:
  • Gori: Geburtsort Stalins, Besuch des Stalinmuseums. Fachgespräch zur Flüchtlingsproblematik nach dem russisch-georgischen Krieg 2008
  • Mzcheta: alte Hauptstadt, Kreuzkloster und Hauptkathedrale Georgiens

    9. Tag:

  • Besuch der Ausstellung über die sowjetische Okkupation Georgiens
  • Spaziergang durch das Freilichtmuseum mit Dorfarchitektur aus ganz Georgien
  • Besuch der deutschen Kirchengemeinde mit der Sozialeinrichtung “Diakonisches Werk
  • Zeit zur freien Verfügung

    10. Tag:

  • Transfer zum Flughafen (ca. 2.00 Uhr)
  • Abflug (Pegasus Airlines 4.40 Uhr) via Istanbul (6 Stunden Aufenthalt) nach Berlin-Schönefeld)
  • Ankunft in Berlin-Schönefeld (13.35 Uhr)

    'Land der großen Schicksale, der Abenteuer und des seelischen Glanzes' (Leo Tolstoi)

    Der Name Tbilisi ist vom Wort tbili-warm abgeleitet. Die heute 1,4 Millionen Einwohner zählende georgische Hauptstadt verdankt ihn den heißen schwefelhaltigen Quellen der Gegend. Der Legende nach hat der georgische König Wachtang Gorgasali Ende des 5. Jh. auf der Falkenjagd einen Fasan getroffen, der in eine heiße Quelle fiel und vom sprudelnden Wasser gekocht wurde. Wachtang war davon so fasziniert, dass er an diesem Ort die Stadt Tbilisi grьndete. In den Schwefelbädern entspannen sich bis heute Einheimische und Reisende.
    Tatsächlich hat der König Tbilisi, das schon im 4. Jh. auf römischen Karten dargestellt wurde, wohl nicht gegründet, sondern ihm die Hauptstadtfunktion von Mzcheta übertragen. Dort war im Jahre 337 das Christentum zur Staatsreligion erhoben worden. Mzcheta gilt mit den beiden größten Kirchen Georgiens, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, auch heute noch als spirituelles Zentrum des Landes.

    'Herrliche Stadt' Tbilisi (Marco Polo)

    Tbilisi lag an der Kreuzung der Karawanenstraßen vom Schwarzen Meer nach Persien, Indien und China. Das machte die Stadt reich und weckte gleichzeitig Begehrlichkeiten. So wurde sie Opfer zahlreicher Invasionen, im 7. Jahrhundert von Arabern erobert und erst 1122 unter David dem Erbauer wieder georgisch. Das 12. und 13. Jh. gelten als die Blütezeit Georgiens, Tbilisi war eine der reichsten Städte des Mittelalters, Marco Polo berichtet von einer 'herrlichen Stadt'. Es heißt, dass in dieser Blütezeit die Wurzeln der religiösen Toleranz zu finden sind. Die Georgier sind bis heute stolz, dass es in ihrem Land keine Pogrome gab und dass man in Tbilisi auf einem Fünfminutenspaziergang auf georgisch-orthodoxe, armenisch-gregorianische, römisch-katholische Kirchen, eine Synagoge, eine Moschee und einen zoroastrischen Tempel trifft.
    Die folgenden Jahrhunderte brachten der Stadt und dem Land eine lange Periode des Niedergangs. Von Mongolen erobert und zerstört, zerfiel Georgien 1555 in drei Königreiche, die unter osmanischem und persischem Einfluss standen. 1795 wurde Tbilisi vom persischen Schah Aga Mohammed Chan erobert und bis auf die Grundsteine niedergebrannt, mehr als 20.000 Menschen wurden als Sklaven in den Iran verschleppt.
    Trotz vieler Verwüstungen sind aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit bis heute zahlreiche Kulturdenkmäler erhalten, die im Zusammenspiel mit der spektakulären Natur und der Gastfreundlichkeit der Menschen die Einmaligkeit Georgiens ausmachen.

    Deutsche und Italiener bauen auf

    1801 wurde Georgien vom zaristischen Russland annektiert. Mehrere Aufstände gegen die Besatzer scheiterten. Die Russen hatten Schwierigkeiten mit der Aussprache des eigentlichen Namens der Stadt und so wurde aus Tbilisi - Tiflis. Das 19. Jh. hat das heutige Bild der Stadt geprägt. In Tbilisi wurden das erste Theater, das erste Opernhaus und die erste öffentliche Bibliothek im Transkaukasus gegründet. Deutsche und italienische Architekten bauten die Stadt neu auf.
    Mit dem Untergang des Zarenreiches verlor Russland vorübergehend seine Macht über den Kaukasus. Am 26. Mai 1918 wurde in Tbilisi die Unabhängigkeit Georgiens erklärt und die Demokratische Republik Georgien gegründet. Schon im Winter 1918 war nach dem Vorbild deutscher Universitäten die Tbiliser Universität eröffnet worden, da die meisten Professoren in Deutschland studiert und geforscht hatten. Am 25. Februar 1921 marschierte die Rote Armee ein und schloss das Land der Sowjetunion an. Der Partisanenkrieg gegen die neuen alten Besatzer dauerte bis 1924. Dann übte der Georgier Josef Dschugaschwili-Stalin bis 1953 seine Schreckensherrschaft aus.
    Nach blutig niedergeschlagenen Demonstrationen gegen die Sowjetmacht (1956) und Protesten gegen die Einführung des Russischen als Amtssprache (1978) kam es ab 1988 zu vielen Demonstrationen gegen die kommunistische Partei und für die staatliche Unabhängigkeit. Das Vorgehen sowjetischer Militärs gegen Hunger streikende Demonstranten im April 1989 endete mit 20 Toten.
    Die Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit 1991 waren nicht einfach. Ein Militärputsch gegen Präsident Gamsachurdia führte zur Jahreswende 1991/92 zum 'Tbiliser Krieg'. Eduard Schewardnadse - in Deutschland viel beliebter als in seiner Heimat - trug während seiner Amtszeit nicht all zu viel zu Zivilisierung und Demokratisierung der Verhältnisse bei. Die im November 2003 durch gefälschte Wahlen ausgelöste 'Rosenrevolution' brachte den heutigen Präsidenten Michael Saakaschwili ins Amt. Der verfolgt mit seiner Politik die Integration in die europäisch-nordatlantischen Strukturen. Einen wichtigen innenpolitischen Erfolg erzielte Saakaschwili mit der Reintegration der Schwarzmeerregion Adscharien und seiner Hauptstadt Batumi in den georgischen Staatsverband im Mai 2004. Mit den abtrünnigen Landesteilen Abchasien und Südossetien ist das noch nicht gelungen, was ganz überwiegend an der umfangreichen russischen Unterstützung für die Separatisten liegt. Es fällt dem großen Nachbarn im Norden sichtlich schwer zu akzeptieren, dass Georgien einen eigenen von Russland unabhängigen Weg geht.

    Im Reisepreis enthalten

    • Vorbereitungsmaterialien
    • Flug mit Pegasus Airlines Berlin - Istanbul - Tbilisi - Istanbul - Berlin
    • 8 Übernachtungen im DZ (Bad/WC) in zentral gelegenen guten Mittelklassehotels in Tbilisi (6), Batumi (1) und Kutaisi (1)
    • Halbpension (8 Tage)
    • Bahnfahrt Tbilisi - Batumi im Schlafwagen 4 - Bett - Abteil
    • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und georgische Reiseleitung)

    Wunschleistungen

    • Bahnfahrt Tbilisi - Batumi im Schlafwagen 2 - Bett - Abteil: 15,- €
    • Eigene Anreise ab/bis Tbilisi: -350,- €

    • Mindestteilnehmerzahl: 8
    • Maximale Teilnehmerzahl: 20

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